Sonntag, 1. November 2009

Die Schrift nach oben

Danke für den Weckruf, Diana :o)

Gestern also Samhain, für Caroona zum zehnten Mal, prinzipiell gesehen. Es gibt Feiertage, die ich an mir vorbeiwatzen lasse und andere, die mir mehr am Herzen liegen. Die Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen sind für mich emotional eingängiger, auch wenn ich ganz ehrlich im Sommer nicht vor Energie sprühe, ich schwinge halt mit kleiner Amplitude.

Samhain ist das einzige Zwischenfest, wo ich richtig mit kann. Wir gehen auch so gerne auf dem Friedhof spazieren, aber gestern war das mal wieder richtig bewusst mit Pilzebewundern und Bäumegrocken. Der Friedhof hier um die Ecke ist unglaublich romantisch. Der ganz alte Ort liegt am Grund der Elbe inklusive des alten Friedhofes, von dem einige Grabsteine noch gerettet und umverlagert wurden auf den heutigen Standort weiter landeinwärts. Der aktuelle Friedhof hat sogar einen eigenen Deich an der elbzugewandten Seite und Gräben drumherum. Ich finde das den Toten gegenüber unheimlich fürsorglich. Wenigstens von dem einen verschleppten Grabstein habe ich ein herzallerliebstes Photo:

Skelett mit Schippe

Mit den Trick-or-Treat-Kindern ist das so ein auf und ab, ein Jahr hat es in einer Tour an der Tür gebimmelt, andere Jahre kam niemand. Der örtliche Supermarkt meiner Wahl hat auf jeden Fall immer einen großen Nachfrageanstieg in Sachen Süßigkeiten, auch Caroona kauft da im Zweifel lieber zuviel. Wie dem auch sei, manchmal stehe ich echt kopfschüttelnd neben mir. Kennt das die eine oder der andere, wenn Minischokoriegel in eine große Schüssel geschüttet werden und dann so unschön zufällig gewürfelt rumliegen, in großen Teilen mit dem Schnippel nach oben? Half nix, ich musste erstmal wenigstens an der Oberschicht alles so drehen, dass die Schrift nach oben zeigte. Gleich im Anschluss habe ich mir um meine geistige Gesundheit ein klitzekleines bisschen Sorgen gemacht. Im Ganzen sind wir nur fünf Schokoreigel losgeworden, da habe ich jetzt noch ein Weilchen zu futtern und dann immer wieder für Ordnung in der obersten Lage zu sorgen. Oder den Drang zu ignorieren und nicht hingucken zu können. Nächstes Jahr gibt es Äpfel im Hause Caroona, da kriegen die Kleinen Vitamine und es gibt nichts zu drehen. Oder ob dann der Stiel nach oben muss? Raaaaahhh...

Ansonsten: Warum ich immer wieder zu solchen Gelegenheiten die Tarotkarten raushole, verstehe ich auch nicht, es gab natürlich mal wieder einen liebevollen Kick in den Allerwertesten. Dafür eine nette Jahreskarte, obwohl das bleibt auch abzuwarten.

Ich hoffe, Ihr da draußen hattet ein schönes Samhain. Kommt mir gut in den Winter!

Alles Liebe,

Caroona

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Von Deichen und Eisbären



Wenn vom Ansteigen des Meeresspiegels die Rede ist, habe ich immer eine recht klare Vorstellung, wie das aussehen würde. Unser Häuschen steht auf einer Höhe von irgendwas unter 5m über Normalnull. Gar nicht weit von hier ist ein Ort 2,5m drunter. Der Deich, der die Elbe zurückhalten soll, ist 8m hoch und in manchem November fehlt da gar nicht mehr so viel, bis das Wasser über die Kante schwappen würde. Wenn ich bedenke, dass es Länder ohne die finanziellen Mittel für Küstenschutz gibt, in denen die Menschen im Prinzip nur darauf warten, bis ihre Existenz weggespült wird, dann wird mir ganz anders.

Im Gespräch über den Klimawandel haben alle irgendwie eine Meinung, aber so richtig genau fassen lässt sich das nicht. Nichtlineare komplexe Zusammenhänge, die Steigerung des Kohlenstoffdioxidanteils im Grunde gar nicht so groß, die Treibhausgase aus extrem beliebten Tätigkeiten der Menschen in Industrieländern resultierend, da ist es kein Wunder, wenn viele skeptisch ist, ob diese Askese denn sein muss. Außerdem: War da nicht was mit einer Eiszeit, die jetzt fällig wäre und die so ganz praktisch ausgeglichen werden kann?

Derweil schmelzen die Gletscher vor sich hin, der Weißgrad der Erde sinkt, die Eisbären schwimmen bis zur Erschöpfung auf der Suche nach Eisschollen, und die Politik ergeht sich größtenteils in Diskussionen, wie der Handel mit Emissionszertifikaten am besten zu machen sei und warum es der Industrie nicht zuzumuten sei, umzudenken. Derweil soll hier bei mir um die Ecke ein neues Kohlekraftwerk alter Garnitur hingehämmert werden.

Meine Meinung ist: Im Zweifel lieber ein bisschen vorsichtiger handeln, wir haben nur die eine Erde. Wir sollten unser Klima und vor allem das Leben der Lebewesen in bedrohten Gebieten nicht für eine vermeintlich coole „Wir lassen uns von den Medien nichts vormachen“-Haltung riskieren.

In English:

Whenever the subject of the rising of the sea level crops up, I have a pretty clear picture of the what that would be like. Our house is at an altitude of not more than 5m. Close to here is a point 2,5m below the sea level. The dyke supposed to hold back the river Elbe is 8m high and sometimes in November the water regularly gets uncomfortably close to the upper edge. The thought of people in countries without enough money for a proper coastal protection is very depressing.

Everybody seems to have an opinion on climate change, which is a rather nebulous thing, really. Non-linear complex correlations, the rise in carbon dioxide not exactly that much, greenhouse gases the result of extremely popular activities of people in industrialised countries, it is no wonder so many are sceptical when faced with the alternative of going ascetic. And also, someone mentioned something about an ice age due soon that could be averted with just the right amount of global warming, didn’t they?

Meanwhile, the glaciers are melting, the Earth’s albedo steadily decreases, polar bears swim until exhaustion in their search for ice floes and politics is mostly about how to most efficiently conduct the trade with emission certificates and about why the industry cannot possibly be expected to change their way of thinking. Meanwhile, a nice old-school coal-fired power plant is planned to be erected in my town.

If you ask me: When in doubt, it is not a bad idea to err on the side of caution. We have only got the one Earth and just for a supposedly cool stance of “I am not going to have the media pull the wool over my eyes” we should not risk our climate and all living beings in vulnerable areas.

Alles Liebe

Caroona

Sonntag, 4. Oktober 2009

Doppelt betroffen

Alles, was ich sagen kann ist: Ich war's nicht. Auch wenn das kein Trost ist. Ich war brav wählen und habe brav nicht schwarz oder gelb gewählt. Und trotzdem habe ich den Salat gleich zweimal, auf Bundesebene und mit Peter Harry Carstensen hier im Land.

Die Verwirrung, wie nach so einem ökonomischen Desaster, ausgelöst durch zu viel Freiheit der Gier, so viele Menschen die FDP wählen können, teile ich. Will mir nicht in den Kopf, diese Blindheit, und ich habe nicht genug Haare auf dem Kopf zum angemessenen Raufen.

Was mir aber noch mehr unter den Nägeln brennt, ist die Frage, was hier in Sachen Energiepolitik abgehen wird. Für die Umwelt ist schwarz-gelb in meinen Augen der Super-GAU, mir standen am Wahlabend fast die Tränen in den Augen. Tja, die Menschen wählen sich anscheinend mit Freuden ihren eigenen Untergang, na prost Mahlzeit.

Alles Liebe,

Caroona

Samstag, 3. Oktober 2009

Hui, schon wieder so viel Zeit vergangen?

Aber die liebe Diana hat mich mit einem Award wachgekitzelt:

award2

Dazu gibt es ein paar Regeln:

1.) Bedanke dich bei der Person, die ihn dir verliehen hat.

Danke Diana :o) *knuddel*

2.) Kopiere das Logo und platziere es in deinem Blog.

Siehe oben.

3.) Verlinke die Person, von der du ihn bekommen hast.

Hier lang spaziert...

4.) Nenne 7 Dinge über dich, die anderen noch nicht bekannt sind.

Mal sehen, ich hoffe ich hatte nicht irgendwas darunter schon bei einer anderen Aktion dieser Art ausgeplaudert:

* Caroona war schon als Kind derart sportverweigernd, dass sie mehrfach zum Arzt geschleppt und auf Symmetrie der Pobacken getestet wurde, weil sie ums Verrecken nicht krabbeln wollte, sondern lieber andere per Heulerei dazu erpresste, ihr Dinge zu reichen, wenn die Arme mal wieder zu kurz waren.

* Caroona hatte mal eine Nilpferdsammlung, was sie heute im Rückblick nicht befriedigend begründen kann.

* Caroona geht für ihr Leben gerne auf Friedhöfen spazieren (okay, Anja wusste das) und wohnte jahrelang glücklicherweise maximal in 100 m Luftlinie von einem entfernt, ihre Bushaltestelle in Charlton hieß "Cemetery Lane".

* Caroona nennt ihre Katzen so gut wie nie bei ihren Namen, stattdessen gerne Mistvieh und Blödkater, aber sehr liebevoll gemeint.

* Caroona hat als Studentin eine Weile einen Fernseher von Singlilli "aufgetragen" und damit ewig unter anderem Voyager in schwarz-weiß gesehen (Nein, das war nicht in den Sechzigern, den Apparat hatte Singlilli irgendwann Ende Achziger gekauft). Die erste Begegnung mit dem Vorspann in Farbe war total abgefahren.

* Caroona hatte eigentlich geplant, Astronautin zu werden, obwohl ihr schon beim Lesen eines Disneytaschenbuches zum Thema "Micky Maus fliegt ins All" vor Panik schwummerig wurde.

* Caroona hatte mal einen Autounfall so richtig mit Ohnmächtigwerden. Die armen Krankenwagenfredis hat sie mit wirrem Zeug über Miraculix und den Schlag mit dem Hinkelstein vollgesülzt. Im Nachhinein betrachtet waren das aber einfach uninformierte Banausen :o)

Das müssten sieben Dinge gewesen sein, ich sitze hier mit dem Mega-Déja-Vu. Eigentlich sollte ich nun noch sieben weitere Blogs nominieren. Da ich aber mit solchen Dingen immer total hinterher hinke und überhaupt die Meme-Bremse bin, nominiere ich alle hier verlinkten Blogs. Die sind alle toll, jeder auf seine Weise.

So, und jetzt esse ich eine Gemüsesuppe.

Alles Liebe,

Caroona

Mittwoch, 2. September 2009

Doofe kleine Mieze ist wieder da!!!

Sie war wohl bei einem entfernten Nachbarn in der Garage. Ob sie da jetzt seit Donnerstag mittag durchgehungert hat, weiß ich nicht. Aber ich kann nicht sagen, wie erleichtert ich bin. Vielleicht lernt sie daraus ja, nicht immer überall reinzulatschen.

Uff.

Caroona

Sonntag, 30. August 2009

Preis der Freiheit

Doofe kleine Katze. Ist seit Donnerstag morgen unterwegs trotz Dauerregen. Leo piept auch nur rum und wundert sich, wo seine Schwester bleibt. Dr Evil und Caroona stehen alle Nase lang mit einer Futterschüssel klingelnd auf der Terasse und finden keine Worte für ihre Sorge. Kannst Du jetzt nicht langsam mal zurück kommen? Es gibt auch keine Vorwürfe und keinen Ärger, hauptsache Du bist wieder bei uns.

Seufz.

Caroona

Donnerstag, 27. August 2009

Und jetzt was ganz anderes

Lang lang ist's her, da wohnte Caroona nebst Herrn Caroona in Potsdam, genauer in der Nähe des Griebnitzsees. Eine geschichtsträchtige Lokalität, am Ufer stand damals jedenfalls noch ein Stück Mauer zur Erinnerung. Die Grenze verlief am Ufer und es war ein sehr erhebendes Gefühl, da lang flanieren zu können.

Nun wohnten und wohnen dort am Ufer ziemlich betuchte Menschen in ziemlich schicken Villen. Ich gönne denen von Herzen die Häuschen sowie den Geldsegen, kein Problem. Aber es wurde damals schon gemurmelt, weil der dämliche Plebs immer am Ufer langwuselte, "mitten durch die Privatgrundstücke"! Genauer formuliert: Den Sandweg entlang, zwischen Böschungsmauern einerseits und Ufergraskante andererseits, also nicht direkt am Pool oder Kugelgrill der Anwohner längs oder so. Schilder aufstellen half nichts. Dementsprechend wurden dann wohl jetzt Hecken quer über den Weg gepflanzt.

Nun habe ich heute in einer seriösen Nachrichtensendung (Extra3) erfahren müssen, wie die armen Anwohner nicht nur vergackeiert, sondern auch noch fast an der dringend nötigen Bötchenfahrt gehindert wurden:

Sehr traurige Geschichte.

Ich meine, Spaß beiseite, wenn mir dauernd Pappnasen durch den Garten schlappten, wäre ich auch genervt. Aber in dieser Situation geht es darum, dass es schon irgendwie vom Start weg schlecht durchdacht war, dass die Grundstücke bis zum See gingen, damit die nicht ganz so begüterte Fraktion da nicht mit ihren unwürdigen Quadratlatschen rumtüffeln konnte. Das musste ja ins Auge gehen. Und irgendwie ist das mit den Grundstücken an der Uferkante auch nicht so hundertpro im Einklang mit der öffentlichen Betretbarkeit laut Landesverfassung und dem Bauverbot laut Naturschutzgesetz.

Extra3 war sehr kreativ und hat erstmal einen vorläufigen Kunststoffsteg gebastelt, leider hatten sie auch noch eine Genehmigung in der Tasche. Was Graf Koks veranlasste, sein bisher noch nicht aus der Originalverpackung geholtes Boot nötig eine Runde fahren zu müssen, damit die Drecksreporter wenigstens den Steg öffnen mussten. Ich kann nicht in Worte fassen, wie gespannt ich auf die Fortsetzung der Geschichte bin.

Nägelkauend,

Caroona

Wahlplakate-Mau Mau

So, Bodecea zieht also die Karte "Wer hat sich denn den Spruch ausgedacht?"... Na, da hätte ich aber noch, äääh... Momentchen mal...

*wuschtelwurschtel*

*kartenstapelbeäug*

*pokerfaceaufsetz*

*wurschtel*

*nochmalstapelanguck*

*karterauszupf*

*aufdentischballer*

Taddah: Aufgetrumpft mit der Diätpflichtkarte!

Komplett-durch-mit-jeglicher-Vernunft-

Zugegeben, auch aus Kaarst, aber wenn der Landesverband die nicht im Griff hat, ich will schließlich auch nur gewinnen.

So, Bodecea und jetzt kommst Du. Na? Noch einen in petto?

Nachschub hier: Plakate-Mashups, inzwischen verbotene Remix-Wettbewerbe und Gelegenheit zum Selberbasteln. Hehehe.

Montag, 24. August 2009

Wahlwerbung

Gibt es bei mir nicht, ich habe schon genug damit zu tun, mir zu überlegen, wo ich mein Kreuzchen hinsetzen soll.

Nachdem ich hier und dort mehr oder weniger seltsame Geschichten über Wahlplakate las, hat mich heute die EMMA im Briefkasten darauf gebracht, dass die Grünen es irgendwie schaffen, Sexismus und - ich formuliere das mal vorsichtig - Hautfarbenproblematik gleichzeitig super peinlich auf ein Plakat zu klemmen. Und das obendrein in ganz modernem Outfit, fern von langweiligem Heterozeugs:

Aha, ne is klar...

Den Test auf Kritikfähigkeit haben die Grünen in Kaarst auch mit einem extrem peinlichen Flounce gründlich vergeigt. Mehr hier.

Mann, mann, mann.

Caroona

caroonas welt

Kleiner habe ich es nicht...

Bäume Pflanzen!

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der
sieht wirklich ganz putzig aus :-). Ich bin mir nur...
endlosfaden (Gast) - 4. Nov, 01:07
@Caroona, Och, habe dioe...
@Caroona, Och, habe dioe Schippe schon gesehen - der...
Diana Kennedy - 2. Nov, 19:35
Gute Idee, hähähä
Wir wohnen ja bekanntermaßen in so einem albernen...
caroona (Gast) - 2. Nov, 18:53
Ja, nech?
Dieser Ordnungsfimmel tritt an den unwichtigsten Punkten...
caroona (Gast) - 2. Nov, 18:51
Ich dachte ne Weile
das Skelett stützt sich da auf einen Spazierstock,...
caroona (Gast) - 2. Nov, 18:50

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