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Dienstag, 19. Juni 2007

Und noch mehr Nostalgie

Habe ich doch am letzten Wochenende mal ein schon etwas angegilbtes Buch wieder aus dem Schrank genommen, und zwar „Beim nächsten Mann wird alles anders“ von Original 1987, ich habe es 1991 gekauft. Finger hoch, wer erinnert sich? Das ging damals weg, dass es kaum zu glauben war. Und zum Quieken komisch. Schön mit vorne Diana und Charles drauf. Constanze Wechselburger sucht den Mann fürs Leben, während sie zum Filmkunststudium überlegt, wie sie in ihrem Abschlussfilm gesellschaftskritische Ansätze, die Umweltproblematik, eine kritische Auseinandersetzung mit dem Feminismus und noch so einiges andere unterbringt, und dabei gleichzeitig dem unheimlich geizigen Albert eins auswischen kann. Die komplette Besetzung hat total einen an der Klatsche, entweder werden Phrasen abgesondert wie „Du, der Daniel weiß schon ganz genau, was dem gefällt, da ist der total autonom, Du“ oder bei einem Lehmskulpturworkshop erst angekündigt, Guernica nachempfinden zu wollen, dann aber doch dem Lehm die Entscheidung überlassen, lieber zu einem Geranienübertopf geformt zu werden. Und selten war eine Protagonistin so herrlich unsympathisch und gleichzeitig liebenswert.

Obwohl ich da erst ca. 17 war, das waren schon coole Zeiten, alle so progressiv und bewegt und betroffen und irgendwie so richtig im Gegensatz zu den bürgerlichen Besitzverhältnissen, aber sich über jeden Kleinkram sofort aufregen. Sind wir heute anders? Oder sind die Sprechblasen heute einfach nur anders und fallen deshalb nicht so Faust-aufs-Auge-mäßig auf?

Hmmmm, welches Buch hole ich als Nächstes wieder aus den staubigen Untiefen des Regals?

Alles Liebe,

Caroona

Aaaaaaaaaach, ich werde ganz nostalgisch: Bundesjugendspiele

Wie gerne erinnere ich mich daran, im Trainingsanzug zur Schule zu schieben, in der Gewissheit, wieder einen Tag rumkeuchen zu dürfen, ohne dass etwas dabei raus käme. Entweder immer lustiges Dauerpieseln oder brütende Hitze, auf jeden Fall jede Menge Sport. 13 Jahre für zwei knappe Siegerurkunden.

Da lobe ich es mir doch, einfach an der Weitsprungkuhle zu sitzen und Punkte auszurechnen und von Zeit zu Zeit zu sagen: „Da musste aber noch ’n bisschen genauer harken, nä?“ Die schlimmste Härte heute war für mich, dass es so warm war, aber da ist immer noch besser Rumhocken als Rumspringen.

Zum Ausgleich springe ich dann nächstes Wochenende nicht weit, sondern auf und ab. Es gibt zwar keine Urkunden, dafür aber fein was auf die Ohren. Ob ich doch bei Deltaradio hätte anrufen sollen und eine eigene Dixitoilette gewinnen?

Alles Liebe,

Caroona

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