Mittwoch, 9. Juli 2008

Kostenlos erfreulich XIV


Optimismus angesichts ungünstiger Umstände

Ich war als Extrabegleitung gestern mit einer zweiten Klasse zum Müllsammeln unterwegs. Der Anlass war der soziale Tag, meiner Meinung nach eine feine Sache, einen Tag lang verdingen sich Jugendliche bei Sponsoren zu irgendwelchen Arbeiten (Rasenmähen, Kühe melken, Akten heften, irgendwas), und das Geld geht an einen guten Zweck. Pädagogisch total hochwertig, finde ich. Die Grundschulkinder haben zum Teil dann auch als Klasse sinnstiftende Aktionen durchgeführt. Manche haben eher nur die Klassenräume entrümpelt.

Wir haben den Teich, den sie im Sachunterricht zum Kaulquappenködern besucht hatten, und den Weg dorthin abgeschlurft und dabei jede Menge Müll eingesammelt, hauptsächlich Zigarettenstummel und Flaschen. Die Kinder sind damit ganz interessant umgegangen, einige meinten "Wenn wir nachher zurück laufen, haben da bestimmt schon wieder so ein paar Widerlinge ihre Kippen hin gestreut" (Na gut, die Wortwahl ist jetzt meine, bei Zigarettenstummeln geht mein Ekel-Meter ziemlich nach gannnz oben.)

Und trotzdem machte kein Kind den Eindruck, als ob es diese Aktion nicht hilfreich oder sinnvoll fand. Sisyphos hin oder her, ich finde so kleine Dinge wichtig für das eigene Befinden und für die Welt an sich. Auch wenn ich damit nicht sofort und für immer die Welt rette, in diesem Moment ist der Weg sauber und es hat sich jemand liebevoll und bewusst hinschauend drum gekümmert, ohne Gequake "Aber das ist doch nicht mein Müll!!!" Und das nächste Mal würde ich wieder sammeln gehen. Und die Kleinen würden sicher wieder mit gehen. Und auch sonst immer mal wieder kleine Dinge tun, die für sich eher unwirksam scheinen, aber trotzdem dem Lebensgefühl gut tun. Und das ist auch was und zudem erfreulich.

Ähnlich ist es, wenn ich weiß, dass unseren HauptschülerInnen nicht direkt die rosige Karrierezukunft blüht, aber ich trotzdem jeden Tag wieder versuche, ihnen ernsthaft etwas an Wissen und Werten zu vermitteln. Manchmal auch gegen deren Genöle, Faulheit und Vergesslichkeit gegenan.

Dabei bin ich gar nicht grundsätzlich so ein positiver Mensch, eine Zeitlang habe ich echt gedacht, Mensch auch nicht schlecht mal zumedikamentiert am See sitzen und den Enten beim Schwimmen zugucken. Seit ich wieder eine Aufgabe habe und jeden Tag einen Anlass, zu einer festen Zeit aus dem Haus zu gehen, ist das aber nicht mehr so verlockend und ich hole irgendwo doch den Optimismus her. Fühlt sich deutlich angenehmer an.

Alles Liebe,

Caroona

Kostenlos erfreulich XIII

Bevor ich jetzt wie das Kaninchen vor der Schlange auf die mal wieder nicht geschriebenen Kostenlosigkeiten linse und nix mehr auf die Kette kriege, schreibe ich eben heute drei Posts. Ha.

Lachen

In der Caroona-Wundertüte lebt mindestens eine ausgeprägte Jammerliese, die sich immer sehr leid tut und das auch schön raushängen lässt. Nicht zu vergessen, die Frau mit der Axt, die sich über alles und jeden schnell aufregt und dann gerne mal laut wird. Raaaaaaahhh!

Aber es kommt eigentlich (bis auf ein paar Monate 2004/2005) nie so schlimm, dass sie nicht mindestens einmal am Tag lachen muss. Caroona macht gerne selber dumme Sprüche, variabel im Niveau, und in ihrem Umfeld sind diverse verlässliche Scherzkekse. Über die albernsten Dinge kann ich tagelang kichern.

Wenn es noch was zu lachen gibt, dann kann die Lage gar nicht so superernst sein und dann müssen auch die Liese und die Axtfrau wenigstens ein bisschen grinsen. Nicht umsonst gibt es extra Lach-Yogagruppen, der ganze Körper wird einmal durchgeschüttelt und durchgelüftet und alles irgendwie in eine beschaulichere Perspektive gerückt.

Anjas Tochter hatte mal vor ner Weile so eine Umfrage zum Thema Lachen veranstaltet, ich sollte mal nachfragen, was dabei rausgekommen ist.

Alles Liebe und lacht mal wieder,

Caroona

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