Wahrheitsfindung - Wer hat das letzte Wort?
Darüber hatte ich nie so sehr nachgedacht, aber jetzt muss ich. In der Schule hat mich ein Mädchen sehr blöd angepöbelt, was ich im Klassenbuch notierte. Auf Nachfrage der Klassenlehrerin stritt sie dies ab, und die restliche Klasse bestätigte die Lüge vehement. Es ist sowieso schon ein ziemlich respektloser Haufen, und das wäre jetzt der letzte Sargnagel für einen vernünftigen Unterricht gewesen und der letzte Schubs für ein zerrüttetes Vertrauensverhältnis. Zum Glück reagierte die Klassenlehrerin doch anders als ich gedacht hatte und glaubte mir.
Bei der Gelegenheit fiel mir auf, dass dieses ganze System mit den Einträgen diverser Vergehen darauf basiert, dass ich das letzte Wort darüber habe, was geschehen ist. Das gibt mir eine erschreckende Machtposition. Ich könnte, wenn ich wollte, Dinge eintragen, die nicht stimmen, und SchülerInnen würden dafür bestraft. Schon etwas beunruhigend.
Andererseits wäre es auch blöd, wenn das System anders wäre, denn dann bräuchten die Lütten das nur einmal durchzuprobieren, wie es ist, die Vorwürfe abzustreiten und sich gegenseitig zu decken, und schon könnten wir das ganze Disziplinierungsdings in die Tonne treten. Also muss ich die letzte Instanz sein.
Mr Evil berichtete mir von einem Kumpel, der als Lehrer mal der unzüchtigen Anstarrerei bezichtigt wurde. Das ist noch mal eine Nummer härter, aber das gleiche Prinzip: Wem sollten wir glauben? Wenn wir einem belästigten Kind unterstellen, es habe gelogen, weil das Strafensystem nun mal so funktioniert, dann kommen Belästiger einfach so davon. Wenn wir dem Kind glauben und es war nichts dran, dann hängt dem/r Lehrer/in plötzlich unverschuldet was Ekliges an. Und obwohl in dem realen Fall nun dem Kumpel geglaubt wurde, ein bisschen was bleibt trotzdem immer hängen.
Ich würde mir eine Welt wünschen, in der die Menschen ein bisschen ehrlicher sind, so dass es gar nicht erst dazu kommt, dass wir rausknobeln müssen, wer nun gelogen hat. Mir wird auch so schon den lieben langen Tag so viel Müll erzählt, dass ich oft erstmal annehme, das war eh wieder gelogen. Und das finde ich todtraurig, wenn ich den Kindern nicht vertrauen kann. Vor allem, weil die Lügerei so entsetzlich unnötig ist.
Dammich. Lügen sind der letzte widerwärtige Mist.
Alles Liebe,
Caroona
Bei der Gelegenheit fiel mir auf, dass dieses ganze System mit den Einträgen diverser Vergehen darauf basiert, dass ich das letzte Wort darüber habe, was geschehen ist. Das gibt mir eine erschreckende Machtposition. Ich könnte, wenn ich wollte, Dinge eintragen, die nicht stimmen, und SchülerInnen würden dafür bestraft. Schon etwas beunruhigend.
Andererseits wäre es auch blöd, wenn das System anders wäre, denn dann bräuchten die Lütten das nur einmal durchzuprobieren, wie es ist, die Vorwürfe abzustreiten und sich gegenseitig zu decken, und schon könnten wir das ganze Disziplinierungsdings in die Tonne treten. Also muss ich die letzte Instanz sein.
Mr Evil berichtete mir von einem Kumpel, der als Lehrer mal der unzüchtigen Anstarrerei bezichtigt wurde. Das ist noch mal eine Nummer härter, aber das gleiche Prinzip: Wem sollten wir glauben? Wenn wir einem belästigten Kind unterstellen, es habe gelogen, weil das Strafensystem nun mal so funktioniert, dann kommen Belästiger einfach so davon. Wenn wir dem Kind glauben und es war nichts dran, dann hängt dem/r Lehrer/in plötzlich unverschuldet was Ekliges an. Und obwohl in dem realen Fall nun dem Kumpel geglaubt wurde, ein bisschen was bleibt trotzdem immer hängen.
Ich würde mir eine Welt wünschen, in der die Menschen ein bisschen ehrlicher sind, so dass es gar nicht erst dazu kommt, dass wir rausknobeln müssen, wer nun gelogen hat. Mir wird auch so schon den lieben langen Tag so viel Müll erzählt, dass ich oft erstmal annehme, das war eh wieder gelogen. Und das finde ich todtraurig, wenn ich den Kindern nicht vertrauen kann. Vor allem, weil die Lügerei so entsetzlich unnötig ist.
Dammich. Lügen sind der letzte widerwärtige Mist.
Alles Liebe,
Caroona
caroona - 7. Dez, 10:39
