Kunst-Kultur-Landschaft Dithmarschen
Letzten Montag haben wir noch ein paar Stationen der Aktion kunstlandschaft06 abgeklappert. Bei den Filzdeichen sind wir schon vor einer längeren Weile gewesen und dann hat mich wie üblich ein bisschen der Schwung verlassen. Aber bevor die Installationen wirklich im Herbst 08 abgebaut werden, wollte ich mir das eine oder andere doch noch mal vor Ort angucken.
Das Land hier ist schwer vom Menschen geprägt, der extrem geringe Baumbestand ist im Geestbereich eine Folge der Rodung, aber die Marsch ist auch einfach noch sehr jung. Dort ist der natürliche Verlandungsprozess technisch beschleunigt und durch den Deichbau künstlich gesichert worden.
2006 haben eine Reihe KünstlerInnen die Ergebnisse ihrer Auseinandersetzung mit dem Thema "Kulturlandschaft" an diversen Orten eingefügt. Meist etwas abgelegener, immer mit Schildchen davor zum Nachlesen und der Einladung, diese Werke abzuklappern.
Unser erstes Ziel war die Blaue Wolke, gelegen an einem Feldweg auf einem Acker bei Westerbelmhusen (so metropolig, wie es klingt), aktuell von Mais umwuchert:

Es gibt ja durchaus Menschen (Huhu Weirdsister!), die die Weite der Landschaft unschön finden, milde ausgedrückt. Für mich ist sie genau das Richtige, und dass Herr Tiemann sie mit der Beengtheit seiner Holzkiste thematisiert, finde ich schon vom Start weg sehr sympathisch.
Weiter führte unser Weg nach Büsum. Nach etwas Sucherei mussten wir einsehen, dass die Skulptur "Ohne Funktion / Schräder wartet" gerade mal unter Wasser war. Ein bisschen Ironie war da schon dabei, aber wir hätten vorher auch auf den Tidenkalender gucken können. Beim Schräder gehts eben auch darum, dass die BetrachterInnen sich zur Not gefälligst die Zeit nehmen sollen, darauf zu warten, dass er wieder erscheint, obwohl er wie gesagt, eigentlich keine Funktion hat in dieser ansonsten durchfunktionierten Umgebung.
Wo wir schon mal da waren, haben wir uns dann in die Veranstaltung "Blanker Hans" gewagt, die eindrücklich die Geschehnisse der Sturmflut von 1962, aber auch anderer verheerender Fluten in Norddeutschland und weltweit inklusive meteorologischer, klimatischer und hydrologischer Hintergrundinformationen vermittelt. Meine Eltern waren damals in Elmshorn live dabei, wenn ihnen auch nicht das Wasser in die Wohnung bzw das Haus gelaufen war. Mir sind bei der Fahrt mit den Gondeln an Videoleinwänden und Modellen von Städten auf dem Meeresgrund fast die Tränen gekommen. Die Elbe ist von uns aus vielleicht 180m Luftlinie entfernt und ich muss ehrlich sagen, ich bin total glücklich damit. Aber die Berichte von Zeitzeugen auf Video waren schon hammerhart. Obwohl Büsum Glück hatte und der Deich so gerade eben nicht brach, hat zumindest die eine Frau, wie sie sagte, in dieser Nacht einen echten Hass auf das Wasser gehabt. Kein Wunder, dass mein Vater immer gerne einen Vorrat an Sandsäcken im Haus hatte, auch als er dann ganz woanders wohnte.
Auch nach dem Museumsbesuch war Schräder nicht wieder aufgetaucht. Deswegen fuhren wir weiter zur nächsten Installation. Genau wie die schon etwas angeschmuddelten Filzdeiche und die fast überwachsene Holzkiste unter der blauen Wolke war Der Fliegende Tempel ein bisschen überwuchert und nicht mehr so recht begehbar, deswegen auch schlecht photographierbar:

Die gerade so erkennbaren Stöckchen (die ich mir nach dem Originalbild irgendwie überkopfhoch vorgetellt hatte) sind nach dem Grundriss eines antiken Athenetempel in den Boden gesteckt und dann dem Weberinnenaspekt der Athene entsprechend mit Seilen verspannt worden. Der alte Tempel stand vor 2500 Jahren in einem dem Meer abgerungenen Gebiet im heutigen Italien, was die beiden Standorte über Raum und Zeit miteinander verknüpft. Verknotung auf diversen Ebenen, yay!
Ich finde es an all diesen Werken irgendwie schön, dass sie so den Elementen und dem Überwuchern ausgesetzt wurden. 2006 sah noch alles ganz adrett aus, heutzutage ist es in die Umgebung integriert. Ich bin mal gespannt, ob jetzt wirklich abgebaut wird, oder ob die Kunstwerke doch bleiben. Mal sehen, mal sehen.
Schließlich ließ es sich die Natur nicht nehmen, ihre eigenen Gemälde an den Himmel zu zaubern:

Und eine seltsam friedfertig für ein Photo stillhaltende, ansonsten aber eher schweigsame Hühnerbande tauchte unangekündigt auf einer Wiese mitten im Nix auf:

So langsam dem Ende der Herbstferien entgegenblickend grüßt
Caroona
Das Land hier ist schwer vom Menschen geprägt, der extrem geringe Baumbestand ist im Geestbereich eine Folge der Rodung, aber die Marsch ist auch einfach noch sehr jung. Dort ist der natürliche Verlandungsprozess technisch beschleunigt und durch den Deichbau künstlich gesichert worden.
2006 haben eine Reihe KünstlerInnen die Ergebnisse ihrer Auseinandersetzung mit dem Thema "Kulturlandschaft" an diversen Orten eingefügt. Meist etwas abgelegener, immer mit Schildchen davor zum Nachlesen und der Einladung, diese Werke abzuklappern.
Unser erstes Ziel war die Blaue Wolke, gelegen an einem Feldweg auf einem Acker bei Westerbelmhusen (so metropolig, wie es klingt), aktuell von Mais umwuchert:

Es gibt ja durchaus Menschen (Huhu Weirdsister!), die die Weite der Landschaft unschön finden, milde ausgedrückt. Für mich ist sie genau das Richtige, und dass Herr Tiemann sie mit der Beengtheit seiner Holzkiste thematisiert, finde ich schon vom Start weg sehr sympathisch.
Weiter führte unser Weg nach Büsum. Nach etwas Sucherei mussten wir einsehen, dass die Skulptur "Ohne Funktion / Schräder wartet" gerade mal unter Wasser war. Ein bisschen Ironie war da schon dabei, aber wir hätten vorher auch auf den Tidenkalender gucken können. Beim Schräder gehts eben auch darum, dass die BetrachterInnen sich zur Not gefälligst die Zeit nehmen sollen, darauf zu warten, dass er wieder erscheint, obwohl er wie gesagt, eigentlich keine Funktion hat in dieser ansonsten durchfunktionierten Umgebung.
Wo wir schon mal da waren, haben wir uns dann in die Veranstaltung "Blanker Hans" gewagt, die eindrücklich die Geschehnisse der Sturmflut von 1962, aber auch anderer verheerender Fluten in Norddeutschland und weltweit inklusive meteorologischer, klimatischer und hydrologischer Hintergrundinformationen vermittelt. Meine Eltern waren damals in Elmshorn live dabei, wenn ihnen auch nicht das Wasser in die Wohnung bzw das Haus gelaufen war. Mir sind bei der Fahrt mit den Gondeln an Videoleinwänden und Modellen von Städten auf dem Meeresgrund fast die Tränen gekommen. Die Elbe ist von uns aus vielleicht 180m Luftlinie entfernt und ich muss ehrlich sagen, ich bin total glücklich damit. Aber die Berichte von Zeitzeugen auf Video waren schon hammerhart. Obwohl Büsum Glück hatte und der Deich so gerade eben nicht brach, hat zumindest die eine Frau, wie sie sagte, in dieser Nacht einen echten Hass auf das Wasser gehabt. Kein Wunder, dass mein Vater immer gerne einen Vorrat an Sandsäcken im Haus hatte, auch als er dann ganz woanders wohnte.
Auch nach dem Museumsbesuch war Schräder nicht wieder aufgetaucht. Deswegen fuhren wir weiter zur nächsten Installation. Genau wie die schon etwas angeschmuddelten Filzdeiche und die fast überwachsene Holzkiste unter der blauen Wolke war Der Fliegende Tempel ein bisschen überwuchert und nicht mehr so recht begehbar, deswegen auch schlecht photographierbar:

Die gerade so erkennbaren Stöckchen (die ich mir nach dem Originalbild irgendwie überkopfhoch vorgetellt hatte) sind nach dem Grundriss eines antiken Athenetempel in den Boden gesteckt und dann dem Weberinnenaspekt der Athene entsprechend mit Seilen verspannt worden. Der alte Tempel stand vor 2500 Jahren in einem dem Meer abgerungenen Gebiet im heutigen Italien, was die beiden Standorte über Raum und Zeit miteinander verknüpft. Verknotung auf diversen Ebenen, yay!
Ich finde es an all diesen Werken irgendwie schön, dass sie so den Elementen und dem Überwuchern ausgesetzt wurden. 2006 sah noch alles ganz adrett aus, heutzutage ist es in die Umgebung integriert. Ich bin mal gespannt, ob jetzt wirklich abgebaut wird, oder ob die Kunstwerke doch bleiben. Mal sehen, mal sehen.
Schließlich ließ es sich die Natur nicht nehmen, ihre eigenen Gemälde an den Himmel zu zaubern:

Und eine seltsam friedfertig für ein Photo stillhaltende, ansonsten aber eher schweigsame Hühnerbande tauchte unangekündigt auf einer Wiese mitten im Nix auf:

So langsam dem Ende der Herbstferien entgegenblickend grüßt
Caroona
caroona - 24. Okt, 11:45
