Alltag
Das ist mir jetzt schon zum zweiten Mal passiert: Ich mache in aller Gemütsruhe eine Flasche Schnappdeckelbier auf, das letzte Mal die Bio-Keller-Sorte, dieses Mal alkoholfrei zur isotonischen Aufpeppung. Gewohnheitsmäßig schnüffele ich kurz am Flaschenhals und - Ääääääääääääääääh! Würg! Riecht total nach Zigarette. Der Inhalt ist natürlich auch komplett eklig ungenießbar. Letztes Mal haben wir die Buddel beim Getränkehändler eingereicht und ausgetauscht bekommen, aber nun werde ich doch wohl mal die Brauereihotline anrufen.
So umweltfreundliche Pfandsysteme verlassen sich ganz klar darauf, dass die Gefäße entleert und dann so wieder abgegeben werden. Wenn ein zentraler Partyspaß darin besteht, Flaschen als Aschenbecher zu verwenden, kann der Hersteller kaum anders reagieren, als auf Verdacht besonders scharf zu reinigen. Und da kommt mir mit Verlaub die Galle hoch. Es ist blöd genug, in einer Zigarettenrauchwolke zu stehen, aber diese Achtlosigkeit und diese Scheißegalmentalität mit der einige Menschen Kippen auf der Straße austreten (oder eventuell auch nur so wegschnippen) oder aber auch in Flaschen stecken, haha wie witzig, da kann ich überhaupt nicht mehr hinterher.
Das übelste war mal, als zu einer Feier in einem Wohnheim alle einen eigenen Teller mitbringen mussten. Meiner war, als ich mich verkrümeln wollte, total zugeascht worden. Ich habe sowas von einen Wutanfall bekommen. Wie kommen Leute auf so hirnrissige Ideen, vor allem, wieso verdrecken sie nicht ihre eigenen Teller?
Ich polier mal kurz meine Axt, raaaaaahhh...
Caroona
caroona - 18. Jan, 17:18
Evil sagte mir heute morgen, er habe von einem ehemaligen Doktoranden einen "gaaanz niedlichen" Werbegeschenk-Elch geschickt bekommen. Das ist so eine nette Tradition, seit der Mann bei einem Chemie-Versand in Lohn und Brot ist. Also so ein putzeliger Elchi "mit blauer Mütze und weißen Füßen".
Meine Vorstellung ging so ungefähr in diese kurz skizzierte Richtung:
Vorhin kam er selig strahlend mit folgendem angetrabt:
Habe selten so gelacht. Ich hätte da nicht mal den Elch erkannt, wenn es mir nicht vorher gesagt worden wäre. Alfa Aesar mag ja als Pülverchenlieferant rocken, aber das meine Damen und Herren ist ein
Wasserschwein mit weißem falschem Schnurrbart. Habe ich heute erst inne Schule was drüber gehört, wie synchron. Warum sich das Viech jetzt ne blaue Mütze überzerrt und was das Ganze mit Weihnachten zu tun hat, da kann ich nicht weiterhelfen.
Aber irgendwie niedlich ist der kleine Klumpen ja doch. Schon. So ein bisschen. *keksknuddel*
Alles Liebe,
Caroona
PS: Ich komme mir ein bisschen vor wie die gute Frau von
Cake Wrecks
caroona - 16. Dez, 17:05
Elternabende an sich sind ja nicht verkehrt, endlich mal die Erziehungsberechtigten live und in Farbe kennenlernen und so. Und denen dann mal reinen Wein einzuschenken über das Betragen der Sprösslinge hat was.
Aber so ganz nebenbei ist das die Gelegenheit, diverse Fünfen und Vier Minusse schon mal vorzumerken, damit diverse Lernpläne (Im Groben Verträge nach dem Motto "XY setzt sich jetzt mal hin und macht regelmäßig Hausaufgaben und lässt das Sabbeln in der Stunde endlich nach") aufgesetzt oder fortgeschrieben werden können.
Ich erkläre total gerne oder vermittle Möglichkeiten zum Selbstentdecken. Ich beobachte mit Begeisterung Aha-Effekte auf Gesichtern und Entfaltung von Kreativität. Ich verteile ungern Noten. Gehört zum Geschäft dazu und die leben Kleinen erwarten das auch und schätzen sich meist erstaunlich realistisch ein, aber...
Ich war selber lange Jahre eher so die Schüchterne, die ihr Licht mächtig unter den Scheffel stellte. Und heutzutage sehe ich dann die Leisen und denke "Du bist echt nicht blöd, aber ich muss Dir trotzdem eine Vier verpassen" Und andere, die ich eigentlich menschlich gar nicht so berauschend finde, kommen durch häufige, leider gar nicht dumme Beiträge auf eine bessere Note. So ungerecht.
Und fragt nicht nach Kunst. Ich mache das dieses Jahr zum ersten Mal und es ist echt nicht leicht. Zum Glück sind die meisten Kinder ganz willig und kreativ.
Naja, und das ist alles in allem bei der horrenden Zahl an SchülerInnen, die ich zu verarzten habe, ein ziemliches Gewühle. Was echt peinlich wär, wär wenn da Eltern einer der zahlreichen Jacquelines vor mir sitzen und ich muss pokern, weil ich nicht weiß, um welche es geht. Oder um welchen Kevin. Ein bisschen mehr Phantasie bei den Babynamen liebe Eltern, ich bitte Euch.
Zurück an den Würfelbecher.
Alles Liebe,
Caroona
caroona - 1. Dez, 17:42
Kurz Tasche auspacken, durchschnaufen, Tasche wieder einpacken, überzähliges Gerümpel verstecken, wieder abdüsen. Nächstes Jahr überlege ich, ob ich in den Ferien weniger unternehme. Aber vermutlich wirds eher ein Termin mehr, eijeijei.
Bis Dienstag waren wir in England. Da ist definitiv ein Teil meiner Seele zuhause und es bricht mir immer wieder das Herz, von dort wegzugehen. Ein Stapel Schokolade von der Insel hilft mir aber hoffentlich ein wenig über das Heimweh hinweg :o)
Photos gibts dann später, auf gehts zum
Rumrocken im Nieselregen. Das ist aber auch wie verhext in Marne.
Alles Liebe,
Caroona
caroona - 14. Aug, 15:41
Der Unterschied zwischen britischem und deutschem Gesundheitssystem: Vor circa neun Jahren (Oha!) wachte Caroona auf, weil ihr Ohr laut "Gluck!!!" machte. Paaanik, Trommelfell kaputt wegen zu viel Suppe im Mittelohr. Bibbernd zur Nurse im Health Centre gestiefelt, die guckte rein, beruhigte mich, dass das einfach so wieder zuwächst, gab mir ein Rezept für Antibiotika und fertig.
Gestern: Caroonas Ohr gluckert mal wieder. Zum Hausarzt geschlappt, der buddelte erstmal ein buntes Bild von einem Schnitt durchs Ohr komplett mit kleinen Männchen und einer echten Trompete als Ohrtrompete aus. WTF? Überwies mich an den HNO-Arzt so ungefähr 20 km weg. Dort Parkplatznot, Straßen schätzungsweise 1,50 m breit und/oder Einbahnstraßen oder ohne Vorwarnung Fußgängerzone. Zweieinhalb Stunden gewartet, so kam ich wenigstens mal schön am Stück zum Lesen. HNO-Fredi guckte rein, ließ noch einen Hörtest machen, gab mir ein Rezept für Antibiotika.
Bevor mir das damals zum ersten Mal passiert war, dachte ich immer, wenn das Trommelfell "platzt", ist es aus mit dem Hören und außerdem ist es dann unwiederbringlich kaputt. Stimmt beides nicht, tut auch nicht weh, ist aber lästig, vor allem weil bald Hurricane ist, und ich nicht immer die Ohrenstöpsel desinfizieren wollte.
Naja, so habe ich mal reichlich Gelegenheit zu merken, dass ich nicht unersetzlich bin, dass ich mich nicht zur Arbeit schleppen sollte, nur weil ich niemanden hängen lassen will und weil es krank zuhause so öde ist. Irgendwann gibt's immer die Notbremse. Und irgendwann, bei der 999sten Wiederholung dieser Nummer, lerne ich es noch mal.
Gluckgluck,
Caroona
caroona - 5. Jun, 11:42
Seit ich die meiner Mutter abgeschnackte Gitarre im Wohnzimmer stehen habe, komme ich viel öfter dazu, sie mir "mal kurz" zu schnappen. Dadurch habe ich so einige Lieder aus meinem
Lieblingsliederbuch ganz neu entdeckt und mich zum Teil ganz neu in die Lieder verliebt. Aber was so Fingerkuppen Blasen bekommen können, nach nur einer Stunde leichtem Geklimper, oijoi.
Ich hatte mal so um 1990 rum Gitarre spielen gelernt (Ein Hoch auf Peter Bursch!), das aber dann mit meinem Auszug 1993 wieder einschlafen lassen, weil ich kein eigenes Instrument hatte. So gaaaaanz langsam kommt die Erinnerung wieder, aber ich glaube sowas wie b-Moll habe ich nie gekonnt *verknot* Und das steht in diesem fiesen Buch dauernd. Aua, aua, aua. Tja, heißt halt üben. Arme Nachbarn, armer Dirk. Aber lassen kann ich das nicht, sobald die Blasen einigermaßen verheilt sind, gehts weiter.
Alles Liebe und Tralala,
Caroona
caroona - 3. Apr, 09:04
Bei Musik höre ich eigentlich immer auf die Texte, erstens weil ich gerne mitsinge und ungerne auf die phonetische Approximation zurückgreife, zweitens, weil es mich interessiert, was die Leute so zu sagen haben, drittens weil mein Hirn da auf Autopilot schaltet und sich am Lautsprecher festsaugt. Einige andere sind da viel unbekümmerter. So kommt es, dass mancher meint, nur weil ein Lied "Roses" heißt", sei es ein geeigneter Valentinsgruß für die Freundin. Unser Besuch letzte Woche fand es auch nicht bemerkenswert, dass die Bates "Independent Love Song" gecovert haben.
Tja, ich wollte ewig und drei Tage schon mal eine Umfrage anzetteln hier, einfach ums auszuprobieren. Also frage ich so rein in die Tüte:
Achtet Ihr beim Musikhören auf die Texte, wenn sie in einer Sprache sind, die ihr beherrscht?
Liebe Grüße,
Caroona
caroona - 1. Apr, 10:27
Jetzt habe ich auch schön langsam die Nase voll von Prominentenraten. Wenn mir auch die schlechte Laune gestern abend noch mal zwischenzeitlich beim Nachgucken eines Physiktests aufgebessert wurde. In den USA messen sie nämlich anscheinend die Temperatur mit Hilfe der Freiheitsskala. Na, hat sich jemand wenigstens was bei gedacht.
Einerseits liegt hier zuhause voll viel an, was geräumt werden will und müsste, außerdem habe ich eine kleiiine Liste mit Dingen, die ich für die Schule immer schon basteln, schnippeln oder laminieren wollte, aber nie so recht dazu kam. Andererseits fühle ich mich jedenfalls genau in diesem Moment nur noch danach, alle viere von mir zu strecken und mich nur noch im äußersten Notfall aus dem Sessel zu bewegen.
Ich hoffe mal, dass ich da einen gesunden Mix draus zusammenrühren kann. Für heute findet aber nichts mehr statt, habe ich gerade beschlossen.
Haaaaaaaachjaaaaaaaa. *kissennochmalzurechtruckel*
Liebe Grüße,
Caroona
caroona - 19. Mrz, 14:48
Also, wenn ich eins nicht abkann, dann einen inkompetenten Eindruck zu machen. Es ist mir zwar im Grunde egal, was andere Menschen von mir denken, weil ich weiß, was ich kann, und weil ich mich weigere, mein Lebensgefühl am Urteil anderer aufzuhängen. Trotzdem.
Zurückblickend möchte ich hiermit dazu raten, vor einer Vorführung vom Filmsequenzen per Laptop und Beamer den Desktop leerzuräumen. Ich tendiere dazu, Dateien "erstmal" genau da hinzuflanschen, damit ich sie schnell wiederfinde. Führte aber dazu, dass die Kommunikation mit dem Beamer gar nicht mehr gut ging, und in der hintersten Reihe schon der Ruf "Ha, Frauen und Technik" laut wurde. Allerdings konnten die Jungs auch nichts dran ändern, dass bestimmt zwanzig Minuten lang nur eine hellblaue Fläche auf der Leinwand zu sehen war.
Es hat mich gar nicht mal das Geläster so sehr geärgert, sondern die Tatsache, dass ich es im Grunde selbst vermasselt habe. Mein Laptop hat ein bisschen wenig Arbeitsspeicher, das weiß ich, der Beamer zieht Rechenleistung, und ich habe noch ein paar andere Filme von diversen MB auf dem Desktop gehabt. Von der rationalen Erklärung kann ich mir aber jetzt auch nichts kaufen, die Stunde war ziemlich im Eimer - mal davon abgesehen, dass jemand die Klasse schon vorher reingelassen hatte. Als ich reinkam, lief schon Godzilla (Echt!) und meine Laune war spontan auf dem Nullpunkt. Am Ende gab es einen ordentlichen Rundumeinlauf für alle.
Am Tag danach hatte ich entrümpelt und konnte den Film ohne Probleme vorführen. Macht aber die Pleite nicht wirklich wett, der Eindruck bei der Achten ist erstmal im Eimer. Und ob ich damit leben kann, dass die mich für den Superlöffel halten, oder nicht: Es ist wesentlich schwieriger und unerfreulicher, einer Gruppe was beizubiegen, wenn die annimmt, ich hätte eh nix drauf.
Wieder was gelernt, beim nächsten Mal mache ich alles anders, aber ehrlich? Ich lerne am allerallerliebsten ohne Publikum. Gnarf. Und irgendwas ist doch immer, ich bin bloß gespannt, was die nächste Lernmöglichkeit für mich bereit hält. Hurra.
Wenigstens war bis eben super Wetter und ich konnte meine Bäume photographieren, was die liebe Emma ja letztes Wochenende hat ausfallen lassen.
Liebe Grüße,
Caroona
caroona - 8. Mrz, 14:23
Auch wenn ich mich hier oute, weil ich in die eine Sendung von "Deutschland sucht den Superstar" reingezappt habe: Diesmal, finde ich jedenfalls, ist Dieter Bohlen nicht schuld. Da hat wohl ein kleiner Träumer geglaubt, jetzt könnte er seine Superkarriere antreten und konnte mit dem relativ harmlosen Urteil nicht leben und hat den sterbenden Schwan gegeben. Letzteres wurde dann noch extra weidlich ausgeschlachtet. Dass die Jury die Eltern des Zusammengebrochenen für mitverantwortlich hält, wird kritisiert, aber ich denke, da ist was dran.
Dieser ganze Castingzirkus läuft doch schon ein paar Jahre und so langsam sollte sich echt rumgesprochen haben, was da gesucht wird. Perfekt symmetrische Gesichter, eine einigermaßen schlanke Figur und neben Tönetreffen auch noch eine mehr oder weniger stromlinienförmige poptaugliche Stimme. Wer ernsthaft glaubt, da weiter zu kommen, ohne sämtliche Kriterien zu erfüllen, hat anscheinend den Kontakt zur Realität verloren. Und wenn da schon jemand nicht besonders aufregend oder eventuell auch mal gar nicht singen kann, warum redet dann noch das Umfeld dieser Person das nicht aus? Warum lassen die Eltern ihren offensichtlich nicht besonders belastbaren Sohn ins Messer laufen? Warum rechnet der Junge, der vorher noch Bohlens Sprüche "totaaal witzig" fand nicht damit, dass es auch ihn treffen kann?
Klar ist es fies vom Sender, extra die untalentierten und irgendwie nicht modelhaft aussehenden Typen rauszusuchen und dann so richtig mit Special Effects durch den Kakao zu holen, aber jeder und jede weiß doch vorher, wie es läuft. Und vor allem auch, dass nach kurzer Zeit kein Hahn mehr nach dem hochgejubelten Superstar kräht. Schon alleine von daher verstehe ich den anhaltenden Erfolg dieses Formats überhaupt nicht.
Aber auch wenn Onkel Dieter nicht der Netteste ist, wer extra loszieht, um sich eine Packung abzuholen, muss sich nicht wundern, wenn es dann weh tut. Mag hartherzig klingen, seh ich aber so.
Alles Liebe,
Caroona
caroona - 3. Feb, 17:01