Die Gute Nachricht

Donnerstag, 24. Juli 2008

Kostenlos erfreulich XVIII


Sonnenschein

Hoch Volker reißt hier wirklich alles. Normalerweise bin ich eher so ne Schattenpflanze mit Tendenz zum Verbrennen und seit Neustem noch Vernoppen. Aber dann und wann ist so ein blauer Sommerhimmel schon schön.

Die Miezen aalen sich auf der Terasse, die kleine Eiche wächst was das Zeug hält, die Wäsche wird draußen ratzdifatz trocken, der Stab fürs Bastelcamp wird auch nochmal gut durchgewärmt. Die Wattolümpiade und Wattstock finden zwar dieses Jahr ohne uns statt, aber scheints wird denen dieses Mal nicht die Bühne wegfliegen und auch nicht das Publikum absaufen.

Es gibt Leute, die behaupten, mit der eingestrahlten Sonnenenergie könnten wir sämtlichen benötigten Strom erzeugen. Ich kann mir gut vorstellen, dass das so ist. Was da so an einem Tag alleine schon auf uns runterstrahlt, so großzügig und leuchtend und warm, mal sehen, ob die Stromwirtschaft doch noch irgendwann mal nen Dreh dran bekommt, Solar nicht für unwirtschaftlich und unpraktikabel abzustempeln. Wenn genug Leute Ökostrom kaufen vermutlich.

Und dabei ist schätzungsweise der Sonne selbst das alles ziemlich wumpe, die ist eeeeeewig weit weg und eeeeeewig viel größer als unser kleiner Klumpen Erde hier. Bekommt sicher wenig davon mit, dass ihre Anziehungskraft uns in der Bahn hält und wenigstens den Äquatorfernen unter uns ein jährlich rotierendes Schauspiel mit Anlass zur tiefgründigen Meditation bietet. Oder dass sie den Wasserkreislauf ankurbelt. Oder jede Menge Hormonhaushalte steuert. Oder das Chlorophyll zur Arbeit anfeuert. Oder einfach nur Menschen glücklich macht. Na, letztlich auch wurscht, ob die Sonne aus Nettigkeit oder nur einfach so vor sich hinstrahlt. Ich freu mich in jedem Fall. Gibt ja Sonnencreme und ein Bäumchen für den Schatten :o)

Alles Liebe,

Caroona

Mittwoch, 23. Juli 2008

Kostenlos erfreulich XVII


Grün

Grün, grün, grün sind eigentlich ganz wenige meiner Kleider. Eeeeeeehhmm, Kleidungsstücke. Und trotzdem liebe ich grün. Mal gucken? Hier:

Blätterdach

Gerade weil es im Winter in großen Teilen verschwindet, ist das Grün des Frühlings und Sommers so ein großes Geschenk. Alle möglichen Schattierungen, die auch noch nach Lichteinfall unterschiedlich aussehen, und alle machen glücklich. Glücklich beim Blick nach oben durch ein Blätterdach. Glücklich beim Blick nach unten auf eine Wiese. Glücklich beim Blick in den Einkaufswagen voller Grünzeug und nachher beim Blick auf den Teller, jamjam.

Das hat Mutter Natur schon schick eingerichtet mit dem Chlorophyll. Sieht nicht nur gut aus, sondern produziert auch noch jede Menge Sauerstoff, siehe "Kostenlos erfreulich XVI".

Und wenn ichs nochmal irgendwo sehe, kaufe ich mir das quietschgrüne T-Shirt mit dem Kermitgesicht.

Liebe Grüße,

Caroona, bekennende Baumknuddlerin

Dienstag, 22. Juli 2008

Kostenlos erfreulich XVI

Gestern sahen wir tatsächlich ein U-Boot die Elbe raufschippern. Das nehme ich als Zeichen, wieder aufzutauchen ;o)

Frische Luft

Steht scheinbar unbegrenzt zu Verfügung, wenn ich mal so in den Himmel gucke. Aber trotzdem gibt es jede Menge Gelegenheiten, bei denen die Luft um mich herum eher abgeschlabbert wirkt. Ich bin eine große Freundin des häufigen Fensteraufreißens. Bevor die Miezen ins Haus kamen, auch eine begeisterte Türoffenlasserin. In Zeiten, zu denen morgens die Vögel um vier schon Remmidemmi machen, oder im Winter, wenn Mr Evil bibbernd meckert, muss ich bei geschlossenem Fenster schlafen, furchtbar. Da wache ich morgens schon pappig auf.

Vor einem Stündchen kam ich von einer ausgedehnten Inlinerrunde wieder rein, die mich auf das Thema Draußenluft brachte. Eigentlich ist Luft an sich ja geruchlos, aber in der Praxis riecht sie auch noch oft total spannend, nach Wald und Harz, oder nach nasser Erde, oder nach gemähtem Gras, oder nach salzigem Brackwasser, nach einem Gewitter schön ungesund aber lecker nach Ozon, nach Blumen, nach regengetränkten Schafen und so weiter, zuweilen auch nach lustigen Ausfahrten der Bauern mit biologisch-dynamischem Düngematerial. Da wird nicht nur der Bedarf an Sauerstoff gedeckt, sondern auch der sehr archaische Geruchssinn angesprochen. Ich bin Teil der Welt und Leben ist um mich herum, yay!

Ich habe ja eine ganze Weile in London gewohnt und mich nach einer Weile daran gewöhnt, dass es halt in manchen Gegenden einer Großstadt sehr nach Abgasen riecht. Umso mehr genieße ich das Landleben jetzt.

Meine armen Miezen hatten zwischenzeitlich eine Zwangspause in Sachen Rausgehen, weil der eine Nachbar ein bisschen einen an der Waffel hat. Jetzt dürfen sie wieder, zwar nur in unserem kleinen Gärtchen mit Elektrozaun drumherum, aber sie freuen sich trotzdem, einfach nur so draußen rumzuhängen. Oder manchmal nur auf der Schwelle zu hocken und die Nase aus der Terassentür zu halten.

Und nachher fahr ich noch ne Runde mit dem Rad draußen, ha. Ist leider nicht kostenlos, ich würds aber am liebsten auch mit auflisten. Naja, jedenfalls habe ich vor, dann nochmal so richtig tief durchzuatmen. Hhhhhhhaaaach.

Alles Liebe,

Caroona

Donnerstag, 10. Juli 2008

Kostenlos erfreulich XV


Aufräumen

Stimmt nicht ganz, es hat mich unglaubliche Überwindung gekosten, den Gerümpelhaufen im Wohnzimmer anzugehen. Da habe ich irgendwie immer so eine massive innere Sperre, obwohl ein großer Teil des Krams schon ein paar Wochen da vor sich hin sedimentierte, und mich mächtig belastet hatte nebst schlechtem Gewissen gegenüber Pure Evil, der selbst ziemlich was wegstemmt im Haushalt.

Aber wo ich neulich doch Müll geräumt habe und heute mittag tatsächlich schon mal das Gröbste im Chemievorbereitungsraum sortiert und entstaubt, wollte ich heute was über die Freude des Ordnungschaffens schreiben. Da konnte ich meinen privaten Müllhaufen nicht guten Gewissens liegen lassen.

Ich kann gar nicht sagen, wie erleichtert ich mich fühle, dass das Wohnzimmer wieder wohnlich aussieht. Obendrauf habe ich die lang vermissten Schlüssel meines alten Fahrrades wieder gefunden, die ich schon fast abgeschrieben hatte. Und zuguterletzt war es kaum Aufwand und hat gar nicht lange gedauert, weil eine Menge sowieso Altpapier war und das ist eh immer schön zu sagen "Kann wech - kann wech - kann wech - ohgott, wie das wech kann..."

Das Gespons meinte hinterher "Und? Haben wir ne Lektion gelernt?" Bleibt abzuwarten. Aber fürs Erste: Yay!

Aufgeräumte Grüße,

Caroona

Mittwoch, 9. Juli 2008

Kostenlos erfreulich XIV


Optimismus angesichts ungünstiger Umstände

Ich war als Extrabegleitung gestern mit einer zweiten Klasse zum Müllsammeln unterwegs. Der Anlass war der soziale Tag, meiner Meinung nach eine feine Sache, einen Tag lang verdingen sich Jugendliche bei Sponsoren zu irgendwelchen Arbeiten (Rasenmähen, Kühe melken, Akten heften, irgendwas), und das Geld geht an einen guten Zweck. Pädagogisch total hochwertig, finde ich. Die Grundschulkinder haben zum Teil dann auch als Klasse sinnstiftende Aktionen durchgeführt. Manche haben eher nur die Klassenräume entrümpelt.

Wir haben den Teich, den sie im Sachunterricht zum Kaulquappenködern besucht hatten, und den Weg dorthin abgeschlurft und dabei jede Menge Müll eingesammelt, hauptsächlich Zigarettenstummel und Flaschen. Die Kinder sind damit ganz interessant umgegangen, einige meinten "Wenn wir nachher zurück laufen, haben da bestimmt schon wieder so ein paar Widerlinge ihre Kippen hin gestreut" (Na gut, die Wortwahl ist jetzt meine, bei Zigarettenstummeln geht mein Ekel-Meter ziemlich nach gannnz oben.)

Und trotzdem machte kein Kind den Eindruck, als ob es diese Aktion nicht hilfreich oder sinnvoll fand. Sisyphos hin oder her, ich finde so kleine Dinge wichtig für das eigene Befinden und für die Welt an sich. Auch wenn ich damit nicht sofort und für immer die Welt rette, in diesem Moment ist der Weg sauber und es hat sich jemand liebevoll und bewusst hinschauend drum gekümmert, ohne Gequake "Aber das ist doch nicht mein Müll!!!" Und das nächste Mal würde ich wieder sammeln gehen. Und die Kleinen würden sicher wieder mit gehen. Und auch sonst immer mal wieder kleine Dinge tun, die für sich eher unwirksam scheinen, aber trotzdem dem Lebensgefühl gut tun. Und das ist auch was und zudem erfreulich.

Ähnlich ist es, wenn ich weiß, dass unseren HauptschülerInnen nicht direkt die rosige Karrierezukunft blüht, aber ich trotzdem jeden Tag wieder versuche, ihnen ernsthaft etwas an Wissen und Werten zu vermitteln. Manchmal auch gegen deren Genöle, Faulheit und Vergesslichkeit gegenan.

Dabei bin ich gar nicht grundsätzlich so ein positiver Mensch, eine Zeitlang habe ich echt gedacht, Mensch auch nicht schlecht mal zumedikamentiert am See sitzen und den Enten beim Schwimmen zugucken. Seit ich wieder eine Aufgabe habe und jeden Tag einen Anlass, zu einer festen Zeit aus dem Haus zu gehen, ist das aber nicht mehr so verlockend und ich hole irgendwo doch den Optimismus her. Fühlt sich deutlich angenehmer an.

Alles Liebe,

Caroona

Kostenlos erfreulich XIII

Bevor ich jetzt wie das Kaninchen vor der Schlange auf die mal wieder nicht geschriebenen Kostenlosigkeiten linse und nix mehr auf die Kette kriege, schreibe ich eben heute drei Posts. Ha.

Lachen

In der Caroona-Wundertüte lebt mindestens eine ausgeprägte Jammerliese, die sich immer sehr leid tut und das auch schön raushängen lässt. Nicht zu vergessen, die Frau mit der Axt, die sich über alles und jeden schnell aufregt und dann gerne mal laut wird. Raaaaaaahhh!

Aber es kommt eigentlich (bis auf ein paar Monate 2004/2005) nie so schlimm, dass sie nicht mindestens einmal am Tag lachen muss. Caroona macht gerne selber dumme Sprüche, variabel im Niveau, und in ihrem Umfeld sind diverse verlässliche Scherzkekse. Über die albernsten Dinge kann ich tagelang kichern.

Wenn es noch was zu lachen gibt, dann kann die Lage gar nicht so superernst sein und dann müssen auch die Liese und die Axtfrau wenigstens ein bisschen grinsen. Nicht umsonst gibt es extra Lach-Yogagruppen, der ganze Körper wird einmal durchgeschüttelt und durchgelüftet und alles irgendwie in eine beschaulichere Perspektive gerückt.

Anjas Tochter hatte mal vor ner Weile so eine Umfrage zum Thema Lachen veranstaltet, ich sollte mal nachfragen, was dabei rausgekommen ist.

Alles Liebe und lacht mal wieder,

Caroona

Sonntag, 6. Juli 2008

Kostenlos erfreulich XII


Gartenzen mit angeblichem Unkraut

Bei dieser Gelegenheit habe ich ein altes Headerbild wieder ausgegraben. Damals hatte ich mich sehr über die Kletterpflanze mit blauen Blüten gefreut, die vom Nachbargarten rübergewuchert kam.

Jetzt haben wir uns ja unter großer Plackerei einen Zaun hingesetzt und ich überlege hin und her, wie ich den begrünen soll. Vorgaben: Weiße Blüten, möglichst nicht so wuchtig, standortangepasst, schattenwachsend und natürlich eingermaßen hübsch anzusehen. Derweil rankt sich kostenlos eine Pflanze durch die Lamellen, die wir vorher immer von der Hecke abgerupft hatten. Ich bin ganz begeistert, weil sie sämtliche Kriterien erfüllt. Solange sie nicht irgendwelche anderen Pflanzen umschlingt und würgt, können sie und ich gut koexistieren und was ist standortangepasster als etwas, das ganz freiwillig wächst?

Da rankt was vor sich hin

Außerdem hat sich noch ein Farn angesiedelt und ich wollte eh Farn pflanzen. Zwar an anderer Stelle, aber vielleicht kann ich den ja verlegen.

Genau wie bestellt und nicht bezahlt


Manchmal lohnt es sich wirklich, eine Weile nichts zu tun, während sich die Dinge von alleine erledigen.

Alles Liebe,

Caroona

Samstag, 5. Juli 2008

Kostenlos erfreulich XI

Das war einfach so nett heute nachmittag, also heute gleich zwei Lobhudeleien:

Schwimmen in Gewässern

Ich lebe total luxuriös. Zwei Minuten Fußmarsch mit ein wenig Treppensteigen und schon kann es losgehen mit dem Genuss. Und das wirklich kostenlos ohne Kurtaxe. Das ist hier schon gar nicht so selbstverständlich, genau wie die Tatsache, dass sich an der Nordseeküste nicht der breite Sandstrand entlang schlängelt, sondern dass hinter dem Deich man mal eben die Salzwiese und der Modder stattfinden, bevor das Meer anfängt.

An meiner Lieblingsbadestelle in Brunsbüttel gibt es dekadenterweise einen Steg über den Steinwall nebst Baden-Verboten-Schild. Das Elbewasser ist hier schon ziemlich salzig, da gibts die gesunde Nasenspülung gratis dazu. Dann haben wir noch Wellen im Angebot, mal mehr mal weniger, je nach Wetterlage und je nachdem was für Pötte da vorbei tuckern. Der feinverteilte Schlunz im Wasser sorgt dafür, dass ab zwei Zentimeter Tiefe kein Sonnenbrand mehr aufkommen kann, allerdings schreckt es auch einige Zeitgenossinnen ab, wenn sie ihre Füße nicht sehen können, höhö. Wimps.

Es ist heutzutage schon an sich ein Wunder, dass die Elbe wieder so sauber ist, dass wir drin baden können. Bei der Bewegung wird zusätzlich noch so viel Sauerstoff aufgenommen, dass ein Umkippen wie bei manchen flachen Seen nicht zur Debatte steht. Überhaupt empfinde ich auch die Gezeiten sehr positiv. Das Wasser steht nicht immer parat wie im Pool. Manchmal ist eben nix mit Baden, oder nur nach ganz schön Geschlappe durch den Schlick. Da ist auch der Touri ein Teil der Natur und studiert fleißig den Tidenkalender.

Ich bade auch gerne in Seen, in Oldenburg waren wir oft beim Woldsee, in Postdam im Griebnitzsee und ich erinner mich noch an eine lauschige Planscherei nebst Wasserjogging mit den Vollmondinnen in einem Vulkansee. Da kommt ein blaugekacheltes Becken nicht ran. Und wie gesagt: Kostet nicht mal was, höchstens die Anschaffung eines Badeanzuges.

Immer noch total erfrischt grüßt

Caroona

Kostenlos erfreulich X

Dass ich Donnerstag und Freitag nichts geschreiben habe, bedeutet nicht, dass mein Leben unerfreulich war, nur dass ich meinen Laptop in der Schule stehen gelassen hatte. Wenn der Kopf nicht angewachsen wäre... Tja, bevor ich hier zurückdatiere, hänge ich jetzt einfach zwei Tage hinten dran. Ich wähle aus meinen Eindrücken der letzten Woche als Erfreulichkeit des Tages:

Pure Evil

Ist es schon der Freude wert, wenn ich zuhause keinen Mann sitzen habe, der mir erzählt, ich müsste dringend abnehmen, die Hose könnte ich mit meinem pummeligen Hintern wohl nicht anziehen, oder aber der wahlweise null alleine kochen kann und das stattdessen von mir erwartet, ansonsten wird er krank, wenn es nicht jeden Tag was Warmes gibt?

Ich bin für nein. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass die Person, mit der ich mein Leben teile, mich nicht runtermacht und ihre Hälfte der Arbeit stemmt, die zuhause mal so anfällt und zwar nicht nach Männerjobs und Frauenjobs eingeteilt. Anscheinend gibt es doch noch mehr Frauen in meinem Umfeld, die sich damit abfinden, dass es eben nicht so läuft.

Mr. Evil scheint mir eher mehr im Haushalt zu machen als ich, mir auch gerne mal bereitwillig Schraubarbeiten zu überlassen. Aber darüber hinaus ist er mein Fels in der Brandung, hört sich geduldig mein Gejammer an, tritt mir in die Hacken, wenn ich ihn drum bitte, und er hat die Katzen lieber, als er erwartet hatte. Es gibt mit ihm immer was zu lachen und nach elf Jahren Beziehung und neuneinhalb Jahren Ehe haben wir uns immer noch was zu erzählen. Es gibt Dinge, die wir gerne gemeinsam unternehmen, aber wir kleben nicht aneinander. Mein Vater ist immer ganz deprimiert, wenn er sieht wie wenig wir streiten. Dabei sind wir gar nicht in allen Dingen einer Meinung, aber wir finden halt immer irgendwie einen Mittelweg.

Jedesmal, wenn ich drüber nachdenke, wird mir bewusst, was für ein Glück ich habe, dass wir uns getroffen haben. Die Zeit mit Dir kostet so wenig Aufwand und ist so unbezahlbar klasse. Danke dafür!

Alles Liebe,

Caroona

Mittwoch, 2. Juli 2008

Kostenlos erfreulich IX


Wind

Gerade an Tagen wie diesen kommt eine kühlende Brise sehr gelegen. Ich bin ja generell nicht so die Freundin hoher Temperaturen, da bin ich doppelt froh, in einer eher windigen Gegend zu wohnen.

Und dann fahre ich noch durch eine Landschaft voller Windräder, die sich gemütlich drehen. Es gibt kaum etwas Schöneres, Poetischeres, Meditativeres, als diesen Dingern bei der quasi CO2-neutralen und kostengünstigen Stromproduktion zuzusehen. Von Zerspargelung kann meiner Meinung nach keine Rede sein, wenn die Pfosten nicht gerade dicht an dicht im Wohngebiet stehen.

Ich habe schon als Kind den Wind geliebt, vermutlich auch durch den Enthusiasmus meiner Mutter. In den Herbstferien in Nordfriesland war es immer Pflicht, am Deich langzustapfen und sich in den Sturm zu lehnen. Was bewegte Luft so alles wegschiebt, ist phänomenal. In der ostwestfälischen Senke, in der ich zwangsweise aufwuchs, stand im Sommer die Luft immer ganz furchtbar.

Wind kann im Sommer leicht die nackten Arme und Beine streicheln, Wäsche trocken pusten, Segelboote antreiben, Wellen machen und dadurch Gewässer belüften, Pflanzensamen und Pollen verteilen, Wolkengemälde an den Himmel zaubern, Drachen in der Luft halten, und Vögel beim Fliegen unterstützen. Wind hält das Wetter in Bewegung und verschafft uns Menschen Energie. Wind kann natürlich auch zerstörerisch und gefährlich sein, aber wenn alles gut geht, finde ich ihn mehr als erfreulich. Und er wird und kostenlos von der Sonne zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle: Danke, liebe Sonne :o)

Alles Liebe,

Caroona

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