Schwurbel

Donnerstag, 12. Juni 2008

Spackenmagnetismus

Entweder es gibt einfach unheimlich viele selbsternannte Experten auf der Welt, oder ich ziehe diese Leute tatsächlich magisch an. In meinem Umfeld stapeln sich Leute, die mir meist ungefragt mit ihren Lebens- und anderen Weisheiten aushelfen wollen. Seien es komplexe Wirtschaftszusammenhänge, die politische Lage in den USA, der allergünstigste Handyvertrag oder zur Not die "Tatsache", dass schwarze Kleidung am besten kühlt. Denn merke: Schwarz zieht die Wärme schnell an, strahlt sie aber auch schnell wieder ab. Klaaaaaaaar.

Habe ich auf der Stirn stehen "Komm, erzähl mir noch so einen"? Ich war und bin ja auch gerne Klookschietercaroona, aber meist habe ich von dem was ich erzähle, ausreichend Ahnung. Eben weil es mir jedesmal peinlich ist, wenn sich rausstellt, dass ich was falsches rumgetrötet habe. Und okay, es ist auch unterhaltsam, wenn endlich mal wieder der gute Freund aus Oldenburg vorbeikommt und uns über alles, was wir noch nie wissen wollten, gründlichst aufklärt. Und das sind auch allermeist wirklich liebe Menschen mit denen ich mich ansonsten gerne unterhalte.

Ist das weit verbreitet? Über diesen Quatsch mit den schwarzen Klamotten komme ich ja echt nicht weg. Und sowas von im Brustton der Überzeugung, obwohl wir da gerade draußen in der Sonne saßen und die dunkel Gewandeten (unter anderem ich) schwitzten wie die Berserker.

Bleibt nur zu hoffen, dass ich mit meiner Gern- und Viel-Schwafelei nicht auch jede Menge Müll verbreite. *schweigeminuteeinleg*

Liebe Grüße,

Caroona

Samstag, 31. Mai 2008

Wenn ich König von Deutschland wär

Wegen meiner erkältungsbedingten Niesanfälle habe ich mich heute zum Shoppen nach Itzehoe fahren lassen und hatte dabei a) endlich mal wieder einen schönen Ausblick auf die Elbmarsch und b) wohl viel zu viel Zeit zum Denken. Ob es eine vorgezogene Midlifecrisis ist oder was, jedenfalls stört mich in letzter Zeit das eine oder andere wieder deutlich mehr, woran ich mich zwischenzeitlich irgendwie gewöhnt hatte. Und so gesehen ist es gut, dass ich nicht König von Deutschland bin. So liberal, wie ich meist denke, wäre ich dann vielleicht gar nicht.

Einen Vollpfosten, der aus der vierten Reihe überholte und sich dann unter großem Hallo bei dem unweigerlich anrollenden Gegenverkehr schnell wo dazwischenquetschte, wohlgemerkt mit Kind hintendrin, hätte ich sehr gerne für mindestens einen halben Tag an den Pranger gestellt. Ohne Bewerfen, aber schon mit Beschriftung, was er so verbockt hat. Oder Leute, die Kippen oder sonstigen Müll aus dem Autofenster werfen: Gleich mit angeprangert.

Bei der Bundeswehr gäb es übrigens auch nur noch Hitparaden, logo. Es gibt allgemein so dies und das, was ich gerne verbieten oder verordnen würde, weil ich keine Geduld habe, dass sich die Weisheit (meine Weisheit, na klar) so von alleine durchsetzt.

Klingt irgendwie alles in allem ein klitzekleines bisschen nach Diktatur. Und zudem nach nicht durchsetzbar. Mmmm. Ein guter Freund und ich wollten mal eine Partei gründen. Name: Die Guten. Wir wussten genau, was richtig ist und wo es langgehen soll, die meisten sehen es leider so freiwillig noch nicht ein, aber da lässt sich noch was machen, hähähä. Aber höchstwahrscheinlich wären wir mit so einem zutiefst demütigen Programm nicht gewählt worden. War trotzdem ne schöne Vorstellung.

Na, ich fürchte, ich sollte das nächste mal wieder selber fahren.

*diekronewiederindenschrankstell*

*türzuklapp*

*schnauf*

Ganz bürgerliche Grüße,

Caroona

Freitag, 30. Mai 2008

Ledersitze und Ehegattensplitting - Oder: Nie wieder erste Klasse!

Bei unserer letzten Bahnfahrt war der Supersparpreis in der zweiten Klasse schon ausgebucht, derjenige in der ersten Klasse aber bizarrerweise deutlich billiger als eine normale Fahrt in der zweiten. Mr. Evils Bahncard machts möglich. *schäm* Aber ey, nie wieder. Schon alleine die schlidderigen Ledersessel, die angeblich der Gipfel der luxuriösen Sitzgelegenheit sein sollen, uäh.

Aber so richtig ätzend waren, genau wie befürchtet, die Mitreisenden: Der direkte Nachbar schnauzte den armen Kellner an, weil er eine Viertelstunde auf seinen Kaffee warten musste. Das Bistro war genau im angrenzenden Abteil, so circa zehn Schritte selbst zu laufen, aber man muss sich halt auch den Arsch nachtragen lassen. Auf der anderen Seite saß dann Lady Sonstwas, die ganz etepetete eine "Currywurst ohne Curry" bestellte und regelmäßig ganz normale Nachfragen nach der Wagennummer mit der Auskunft "Hier ist erste Klasse!" beschied. Der schon wegen des Kaffees rundgemachte Kellner bekam dann von ihr einen drüber, weil er bei der Wurst ganz clever das Pulver weggelassen hatte, sie aber einfach gar keine Sauce gewollt hatte. Tja, ob das Zeug wohl aus dem Beutel kommt und einmal mikrogewellt wird? Glaubt sie, da dreht einer im Zug die Thüringer auf dem Grill, oder was?

Und so ging es die ganze Strecke heiter weiter. Ich habe daraufhin mit Mr. Evil lautstark ein Gespräch angefangen, warum Eliten das Grundübel unserer Gesellschaft sind. Was den Nachbarn zum regelmäßigen Schnaufen veranlasste. Nächstes Mal zahle ich lieber mehr, als wieder mit solchen Spacken zu reisen. Dirk behauptet allerdings, sowas passiere nur, wenn ich dabei wär. Naja.

Aber was nun wirklich abgeschafft gehört, ist - kleiner Themenwechsel - diese dämliche Sonderveranlagung von Verheirateten. Ich bin jetzt genau da gelandet, worüber (nicht nur) Feministinnen sich schon lange beschweren. Von meinem Gehalt geht so dermaßen viel ab, dass es nur noch zum Lachen ist. Gut, dass ich mich nicht über Geld motiviere, aber ich kann schon verstehen, wie manche Männer zu ihren Frauen sagen: Ach Schnuckel, eigentlich lohnt sich das finanziell gar nicht, wenn Du arbeiten gehst. Oder wenn gesagt wird: Höhö, sie verdient dann auch noch was dazu. Oder aber auch, dass die Frauen voll frustriert sind, weil sie "komischerweise" in der überwiegenden Mehrzahl die Geringerverdienenden sind, die so martialisch besteuert werden, so dass Sie ganz wenig Brötchen nach Hause schleppt, während Sein Gehalt und damit Sein Ego mega aufgepustet wird.

Was das Ganze soll, werde ich nie verstehen. Ich habe keine Kinder und will keine Kinder. Was geht es den Staat an, ob ich verheiratet bin oder nicht? Dieser Mumpitz geht sowas von an der Realität vorbei, kostet uns alle super viel Geld und kommt niemals nicht denjenigen zugute, die da immer als Begründung angegeben werden, den lieben Kleinen. Ob ich nochmal erleben werde, wie das Ehegattensplitting abgeschafft wird und dafür das Kindergeld erhöht beziehungsweise endlich mal mehr in die Bildung investiert? Abwarten.

*däumchendreht*

Liebe Grüße,

Caroona

Edit: Auch wenn ich jetzt was gelernt habe, ändert das nichts an der Gesamtsituation: A) Bekommen Frauen niedrigere Gehälter. B) Sind vermutlich nicht alle Männer so leicht zu überzeugen wie Pure Evil. Es ging mir hier auch nicht in echt um mich, mir ist das erst so richtig aufgegangen, als ich gestern auf meine monatliche Abrechnung geguckt habe, die hat mich nie so wirklich interessiert bisher.

Donnerstag, 29. Mai 2008

Manchmal nervt Nerdcaroona

Ich möchte nicht mit mir gemeinsam Filme gucken müssen. Und damit meine ich nicht mal eventuelle Rabämm- oder Klingklong-Lautmalereien. Mitten im schönsten Fantasyfilm erzählt jemand, er wolle zum magnetischen Nordpol, also in die Arktis. Hnnnnnnggg, und schon kommentiert! Und schon raus aus der Stimmung. Caroona war als Kind schon so ein dazwischenhupender Schlaukeks ohne Leiseschaltfunktion. Irgendwann braucht der Dirk mal einen Orden für seine Leidensbereitschaft, dass er trotzdem immer wieder nette DVDs anschleppt. Hups, gerade kommt er mit noch einem Film angeschoben, zum Glück deutsche Comedy, ich hoffe, da gibt es keine Diskussionen über irgendwelche Molekülklassen oder so.

Liebe Grüße,

Caroona

Samstag, 29. März 2008

Begrifflichkeiten - Oder: Manchmal ist Sprache was Tolles, manchmal nicht

In einer sehr spannenden Debatte vor einer Weile kam ich in die Verlegenheit, über männliche und weibliche Eigenschaften zu sprechen. Oder aber auch nicht, denn zunächst hatte ich es mir verkniffen, weil ich mit diesen Begriffen grundsätzlich nicht richtig zufrieden bin, aber so schnell auch keine passenden anderen auf Lager hatte.

Jemand anderes wagte dann sinngemäß die Bemerkung "Die Worte männlich und weiblich haben für mich nichts mit Mann und Frau zu tun." Und ich dachte: Für mich irgendwie auch nicht. Wieder jemand anderes musste schwer grinsen: "Pruuust, womit soll denn männlich rein von der Wortbildung her was zu tun haben, wenn nicht mit Männern? Aahaha!" Stimmt natürlich auch wieder. Mist.

Ich bin da sicher nicht die erste und auch nicht die einzige und erst recht nicht die letzte, die sich in diesem Genderdingens verheddert und etwas schmollend auf die eigene Sprache guckt. Alternativvorschläge wie Yin und Yang haben für mich wenig emotionales Gewicht, außerdem müsste ich da für noch weniger Dao-Kundige als ich es schon bin, auch ewig einen Disclaimer hinterherschieben "Nämlich Yin ist, öhm warte mal, war das das Helle, und war jetzt das Helle männlich, oder nee,... Schiet! Also egal, was ich meine ist, .. äääääh..." Keine echte Option für mich.

Da schwingen ja in der Sprache auf diversen Ebenen diverse Emotionen bei der sprechenden und bei der hörenden Person mit, tausende Jahre Menschheitsgeschichte, etwas weniger Sprachgeschichte, persönliche Biographien der beteiligten Personen, das kann eigentlich nur ins Auge gehen. Oder halt in einem Minimalkonsens münden.

Meine ganz neue schriftliche Lösung: Tüdel. Mit Tüdeln, also "männlich" ist die sozial historische Variante, à la "Männer sind vom Mars und Frauen können nicht einparken" (oder so *harhar*) "Männlich" ist es demzufolge, beim Lesen einer Landkarte diese nicht dauernd in Fahrtrichtung hin und her zu drehen, sondern einfach mal schön mit dem Norden nach oben, wie ich das auch mache. "Weiblich" ist es, blind in den Kühlschrank greifen zu können und die Butter rauszuziehen, wie ich das auch mache. Und bitte, das sind nicht meine Beispiele, die kommen genau aus solchen Büchern. Jedesmal, wenn ich mir so einen "Ratgeber" antue, komme ich kopfschüttelnd wieder an die Oberfläche und frage mich, was mit meinen X-Chromosomen falsch gelaufen ist. Gut, ich kann schlecht einparken. Zugegeben. Aber sonst finde ich mich da nie so eindeutig wieder. Ich bin die geschlechtliche Grauzone, toll.

Und deswegen, da schließt sich der Kreis, sind diese dort beschriebenen und meiner Meinung nach bei vielen mitschwingenden Kategorien von aggressiven Männern und gluckenden Frauen für mich nicht gleichbedeutend mit der biologischen Tatsache Mann oder Frau. (Oder Hermaphrodit oder Transgender oderoderoder, die haben dann nochmal extra was an Disclaimern aufzulisten.)

Männlich (ohne Tüdel, die biologische Beschreibung) bedeutet dann XY-Chromosomenkombination, von außen mehr oder weniger erfolgreich gut sichtbar ausgeprägt, kann im Stehen pischern. Und meinetwegen passt dann hier auch die weibliche Göttin, die mit dem Füllhorn Früchte über der Erde ausschüttet und der Gott, den sie einmal im Jahr zur Befruchtung braucht. Also auch hier keine Tüdel.

Wenn aber irgendein Gott auf die Jagd geht oder einem anderen Gott eins auf die Mütze gibt, ist es nur "männlich", aber nicht männlich. Und wenn eine Göttin sich von einem Unterweltgott verschleppen lässt, ist diese Passivität nur "weiblich", aber nicht weiblich.

Mal sehen, wie gut ich in Zukunft mit den Tüdeln fahre. War jedenfalls mal wieder ein schöner Anlass über das alles nachzugrübeln.

Liebe Grüße,

Caroona

Donnerstag, 20. März 2008

Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende

Hm. Ich habe heute morgen ein Buch zuende gelesen. Angesichts des Stapels angefangener Bücher eigentlich gut. Aber... Es war echt spannend und hatte einen interessanten Plot. Aber... Schon im Klappentext stand: "Der Preis wird hoch sein" Aber... Innerhalb der letzten zwei, drei Seiten kam es zur großen Konfrontation und was soll ich sagen, der Preis war echt hoch. Leider sehr unbefriedigend, die Überlebenden hängen da jetzt rum und schieben Schuldgefühle, Ende Gelände, vielen Dank und einen schönen Tag noch.

Bei vielen Geschichten, die ich so im Internet gefunden habe, steht netterweise die Warnung dabei "No Happy Ending!" Und was soll ich sagen, die spare ich mir dann meist gleich, es sei denn, ich kenne den/die AutorIn und weiß, es lohnt sich trotzdem. Dann stelle ich mich drauf ein und dann ist es was anderes. Mal so vorbereitet einen auf die Tränendrüse hat was.

Ich fühle mich aber betrogen, wenn am Ende die Guten einfach so sterben und es auch anders hätte gehen können, oder sie es nicht wenigstens selbst entscheiden. In diesem Fall kam die Hauptfigur, von der ich noch was erwartet hatte, nachher gar nicht mehr zu Wort. Es muss ja nicht alles rosarot und Disney-esk sein. Aber, aber, aber. Caroona ist gnatschig. Ich bin vom Typ her schon oft genug leicht deprimiert, da muss ich nicht noch Geschichten lesen, die blöd ausgehen. Vor allem, wenn ich nicht damit rechne, und die ganze Zeit Pläne für eine Lösung des Konfliktes geschmiedet habe, und mitgehofft und mitgelitten. Grr.

Wenn ich mal ein Buch schreiben sollte, dann geht es entweder gut aus, oder jedenfalls tröstlich. Mag ja sein, dass ich mich anstelle, aber ich erwarte von Geschichten Unterhaltung und entweder Aufheiterung oder wenigstens einen kathartischen Effekt, aber nicht so einen Eimer kalten Wassers auf der letzten Seite. Und einen Tritt für die Protagonistinnen in die ich nun mal ein paar Emotionen investiert hatte.

Und demnächst schreibe ich auch mal wieder was Heiteres hier :o) Jetzt ist der Rest der Narnia-Bücher dran, da habe ich große Hoffnungen.

Liebe Grüße,

Caroona

Samstag, 12. Januar 2008

Eine Frage der Perspektive

Gestern war es soweit, wenn auch ein bisschen anders, als ich es mir vorgestellt hatte. Als Grundschullehrerin kann es mir ja durchaus passieren, dass ich in Religion eingesetzt werde, sei es als Fachlehrerin, sei es nur mal in Vertretung. Ich schiebe das Thema ein wenig vor mir her, müsste mich aber eigentlich mal genauer damit befassen, auch rechtlich gesehen.

Da gibt es ja so schöne Dinge wie Lehrpläne. Die sagen mir, was ich inhaltlich alles bitteschön abhandeln soll mit den lieben Kleinen. Alle, die Kinderbibeln für eine gute Idee halten, sollten jetzt mal weghören. Die Jesusgeschichten sind ja wirklich nett und alles, Blinde sehen, Lahme gehen, allerliebste landwirtschaftliche Gleichnisse. Naja, bis zur Kreuzigung, das ist dann wieder eher ab 18. Den Rest könnte ich, ohne groß zu zucken, im Unterricht besprechen.

Gestern war aber Arche Noah dran. Und die Kinder: Das habe ich als Pixibuch, sooooooooo schöööön. Jau, feine Geschichte, mit Tieren, die Bötchen fahren, kleinen Schweinchen und Elefanten und Würmern und Eichhörnchen. Gibts auch als Spielset von bekannten Plastikmännekenherstellern, ganz doll schön. Zum Glück war ich nur als Doppelbesetzung dabei, nicht als Hauptverantwortliche.

Ich erinnere mich, dass die liebe Diana mal vor ein paar Jahren Bilder zu Bibelgeschichten gemalt hat, die nicht allen im schönen "Gott, Glaube, Religion"-Forum gefallen haben. Aber nichts übertrieben, nur wortwörtlich umgesetzt. Daran denke ich oft, wenn ich die Sintflutgeschichte lese.

Schon der Anfang ist super: Alle Menschen außer Noah, laut Bibel "alles Fleisch", war schlecht. Da gehts doch schon los. Was für ein fieses Menschenbild, wir sind so mies, das wir weggespült werden müssen, Säuglinge inklusive. Am Ende überlegt es sich Käptn Willkür anders, Menschen sind zwar böse von Geburt an, aber als eine Art himmlischer Knoten im Taschentuch erinnert der Regenbogen daran, dass so eine Komplettauslöschung nicht mehr nötig tut, ohne wirkliche Erklärung. Ist jetzt einfach so.

Die für mich befriedigendste Deutung der ganzen Geschichte ist, dass es wohl mal eine mächtige Übrschwemmung gab, und die Überlebenden sich das irgendwie erklären mussten, speziell angesichts ihres allmächtigen Gottesbildes. Wenn ich sage, Gott ist unberechenbar und letztlich einfach mal unverständlich, kann ich das philosophische und ethische Dilemma, dass ein beschützender Gott auch dann und wann mal grausam ist, wenigstens irgendwie einordnen.

Aber es ist dann immer noch keine Geschichte für Kinder, erst recht keine mit Disneyfilmhaftem Fokus auf den niedlichen Tierchen, die lustig rumschippern. Aus der Sicht der umgekommenen Tiere und Menschen, ist es eher nicht so spitze gelaufen. Ich finde es grundsätzlich respektlos, Kindern so etwas zu erzählen, wo 99% der Lebewesen drauf gehen, und die Message ist: Guckt mal der schöne Regenbogen, haaaaach Gott ist so toll. Es ist eben nicht toll, sondern unehrlich und verzerrend. Vielleicht kann ich den Grund für meinen Unmut gar nicht so klar rüberbringen, aber ich fürchte mich vor dem Tag, an dem ich als Lehrerin eine Stunde zur Arche Noah abhalten muss. Ob ich da wirklich die ganzen jämmerlich absaufenden Katzis und Lämmchen und Mäuseleins und Kinder auslassen kann, weiß ich noch nicht. Und das ist beileibe nicht die einzige Geschichte aus dem alten Testament, die ich Kindern nicht unkommentiert vorlesen möchte. Aber vielleicht komme ich auch nie in die Verlegenheit. Ich hoffe es mal.

Alles Liebe,

Caroona

Montag, 31. Dezember 2007

Tradition

Ich hätte ja nicht geglaubt, dass wir das Tageslicht noch mal wieder sehen. Wie die letzten Tüffel haben wir uns heute rituell eingereiht in die Schlange vor der Kasse, die einmal durch den Laden bis zur Fleischtheke und dann noch mal um die Kurve reichte. Als ob es nicht möglich wäre, ein paar Tage vorher alles Nötige einzukaufen, werden jedes Jahr die Messer gewetzt, quer zwischen die Zähne geklemmt und Jagd auf Nahrung für die harten Zeiten (bis nach Neujahr) gemacht.

Die Nerven lagen blank, zwei Typen hätten sich fast geprügelt, weil der eine den Wagen des anderen geschubst hatte. Angestellte tigerten mit aufgesetzem Lächeln durch die Massen von Kaufwütigen und verteilten alkoholgefüllte Pralinen mit Piemont Kirschen drin, um so die allerschlimmsten Revolten gleich im Keim zu ersäufen.

Aber es ist immer wieder schön, noch einmal richtig zu leiden und zu büßen, um dann dem neuen Jahr geläutert entgegentreten zu können. Garantiert sind wir am 31.12.2008 wieder mittenmang dabei, wenn die Schlacht um die letzten Schnitzel und Berliner ausbricht.

Alles Liebe,

Caroona

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Damals im Habsburger Reich...

Ich stand für diesen ersten Beitrag seit eeeeewigen Zeiten eine Weile unschlüssig vor den Alternativen: "Guckt mal, meine neuen Schuhe!!!", "Die Miezen sind schon doppelt so groß, guckt mal!!!" und "Fernsehen lässt den Adrenalinpegel in ungeahnte Höhen schnellen". Für Schuhe und Miezen gibts sicher noch Gelegenheit, also hier meine Auslassung zur Sendung "Hart aber fair" vom 27 September.

Es waren zum Thema Glaubenskrieger geladen zwei Politiker, ein Konvertit, eine Islamwissenschaftlerin und ein Publizist. Mir geht bei solchen Geschlechterproportionen schon vom Start weg der Hut hoch, aber dass die Frau zusätzlich noch natürlich nicht ihren Anteil an Redezeit bekam, war gar nicht mal das, was mich so aufgeregt hat.

Das Gespräch kam auf eine Forderung eines allseits beliebten süddeutschen Spitzenpolitikers, nach der Moscheeneubauten ihre Minaretthöhe unterhalb der Marke, die Nachbarkirchentürme vorgeben, halten müssen. Okay, ich kann diese Vorlage nicht so an mir vorbeigehen lassen:

(Pauschalisierungsmodus an)

Auf sowas kann auch nur ein Mann kommen...

(Pauschalisierungsmodus aus)

Gargh. Naja.

Ich bin nun wirklich die allerletze, die mit einem Schild "Einführung der Scharia - Jetzt!" über den Marktplatz stromert. Aber ich konnte die gute Frau verstehen, als sie einwandte, dass es Moslems irgendwie komisch ankommt, wenn sie weniger Rechte haben sollen als Christen. Mal ehrlich, mir ist es wumpe, wie hoch ein Minarett ist, wenn wenigstens nicht irgendwelche kleinen Mädchen im Kopftuch zur Schule erscheinen und vom Sexualkundeunterricht ausgeschlossen werden sollen und dann mit vierzehn von einer Heimatreise nicht wiederkehren, weil sie zwangsverheiratet wurden.

Aber dann kam dieser lustige Publizist und erinnerte sich schwelgend der Habsburger Zeiten, in denen Moscheen nämlich nur in Nebenstraßen und gefälligst super unauffällig gebaut werden durften. Als er dann noch anfügte, dass damals auch die jüdische Gemeinde wusste, wo ihr gesellschaftlicher Platz war und dass Minderheiten sich nun mal unterordnen müssen, war bei mir sowas von der Ofen aus.

Ich war echt entsetzt davon, dass jemand sowas fröhlich in die Kamera sabbelt und relativ wenig Gegenwind bekommt. Meiner Ansicht nach lässt sich eine Demokratie daran messen, wie sie mit Minderheiten umgeht. Und zwar, dass sie die gleichen Rechte bekommen, wie alle anderen auch, nicht mehr aber auch nicht weniger. Das soll jetzt keine Fundis entschuldigen, aber wenn so ein Müll über den Sender geht, das schürt doch auch Aggression, oder nicht? Naja, an der Stelle wurde dann der Fernseher im Eilverfahren ausgeknipst, bevor Caroona platzen konnte.

Manchmal möchte ich echt auswandern. Fragt sich bloß wohin.

So, und morgen gibts ein Bild von meinen hammercoolen neuen Schuhen.

Alles Liebe,

Caroona

Freitag, 31. August 2007

So, und nun das Stöckchen, auf das die Welt gewartet hat, weil ich halt mal so schön in Fahrt bin

Ich bin mir ja nicht sicher, ob sich da draußen ir-gend-wer für meine Schlafpräferenzen interessiert, aber ich bin beworfen worden und jetzt gibts eben meinen Senf zum Thema:

1. Lieblings-Schlafklamotte?
Möglichst wenig, morgens dann den flauschigen Bademantel überschwingen.

2. Lieblings-Bettwäsche?
Je nach Jahreszeit, im Winter Biiiiiiber (harhar), Farbe ist egal, nachts hab ich die Augen zu. Wichtig ist nur, dass es Baumwolle ist, Polycotton und irgendwelche glitschigen Stoffe gehören verboten. Nicht dass ich nachts von der Matratze schlidder.

3. Lieblings-Position?
Auf der Seite, entweder total zusammengerollt, oder diagonal raumgreifend.

4. Hast du ein Einschlafritual?
Nee.

5. Hast du ein Kuscheltier, Knuddelkissen etc.?
Keins aus Plüsch.

6. Was machst du, wenn du nicht schlafen kannst?
Abwarten. Echt.

7. Wie groß ist dein Bett
Die Hälfte von 1,40m*2m.

8. Wie viele Kissen hast du?
1 halbes aus England, wie ein normales deutsches Kissen quer geknickt.

9. Linke oder rechte Seite?
Mir wurscht, zur Zeit links, vom Liegen aus gesehen.

10. Wie lässt du dich wecken
Bis vorm Umzug mit dem Radiowecker, jetzt mit dem nervig piepsenden Funkwecker.

11. Stehst du direkt auf oder bleibst du liegen?
Die Snoozetaste ist mein Freund. Aber wenns zeitlich eng ist, kann ich auch direkt aus dem Bett springen, meistens will ich nur nicht so recht.

12. Dein erster Gedanke am Morgen?
Wat, schon wieder die Nacht vorbei???

13. Was machst du, um wach zu werden?
Augen auf, dann bin ich im Prinzip wach. Spätestens, wenn ich in der Vertikalen bin, ist es soweit.

14. Was hält dich denn so vom Schlafen ab - jetzt gerade oder überhaupt?
Wenn ich alleine bin: Internetz. Ansonsten nix.

15. Wieviel Schlaf brauchst du gewöhnlich, um dich danach fit zu fühlen?
Sieben Stunden sind okay. Wenn ich mal länger als bis neun Uhr schlafen sollte, ist der Tag im Eimer, dann fühle ich mich total matschig. Kommt aber so gut wie nie vor.

16. Und wieviel Schlaf bekommst du in Wirklichkeit durchschnittlich?
Zwischen sechs und sieben Stunden.

17. Warst du schon mal beim Arzt wegen Schlafstörungen? Irgendwelche Medikamente bekommen?
Nee.

18. Welche Temperatur sollte in deinem Schlafzimmer herrschen?
Kühl. Ich habe mal in einem Haus kurz vor Abriss gewohnt, da waren die Fenster hauchdünn und undicht und die Heizung schrott, da gabs morgens Nebel beim Ausatmen und Temperaturen im einstelligen Bereich. Hat mich nicht angefochten. Zu warm ist da schon eher Mist.

19. Fenster offen oder Fenster geschlossen?
Auf jeden Fall offen, sonst geht gar nichts. Da hör ich auch viel besser den Wind heulen und die Schafe blöken.

20. Zeitdauer vom Erwachen bis zum Aus-dem-Bett-Hüpfen?
Je nachdem, wie viel Zeit ich habe, kann ich zur Not auch von jetzt auf gleich aus der Koje springen.

21. Irgendwelche Tätigkeiten im Bett vor dem endgültigen Wegdämmern?
Mit Details, oder wie jetzt?

22. Weiterschnarchen sollen...
Wer auch immer mal wieder oder meinetwegen auch endlich mal so richtig einen auf Exhibitionismus machen will, ist eingeladen. *hierstöckchenstöckchenwedel*

So, und jetzt raus zum Sporteln.

Ächz,

Caroona

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